Du hast ein Hotel gebucht oder warst gerade auf Urlaub und plötzlich flattert eine Nachricht ins Postfach: Angeblich wurden bei Deiner Buchung Gebühren doppelt verrechnet. Das Geld sollst Du jetzt zurückbekommen. Was zunächst nach einer erfreulichen Nachricht klingt, kann allerdings eine gefährliche Betrugsfalle sein.
Die Arbeiterkammer Steiermark warnt aktuell vor gefälschten E-Mails und WhatsApp-Nachrichten, mit denen Kriminelle an Daten von Hotelgästen gelangen wollen. Besonders tückisch: Die Nachrichten können echte Informationen zur jeweiligen Buchung enthalten.
Die Masche funktioniert über angeblich doppelt abgebuchte Servicegebühren. In den Nachrichten wird den Empfängern versprochen, dass sie den zu viel bezahlten Betrag zurückerhalten.
Warum die Betrugsversuche so glaubwürdig wirken, erklärt Bettina Schrittwieser von der Konsumentenschutzabteilung der AK Steiermark gegenüber dem ORF: "Es kann tatsächlich sehr irreführend sein, wenn man so ein E-Mail oder WhatsApp bekommt, weil man ja in diesem Hotel tatsächlich war oder dieses Hotel tatsächlich gebucht hat."
Laut AK verschaffen sich die Kriminellen Zugang zu Hotels oder Buchungsplattformen und stehlen dort tatsächliche Buchungsinformationen. Mit diesen Daten können sie ihre gefälschten Nachrichten besonders überzeugend gestalten.
Wer eine solche Nachricht erhält, sollte besonders misstrauisch sein. Denn selbst wenn Hotelname und Buchungsinformationen stimmen, bedeutet das noch lange nicht, dass die Nachricht echt ist.
"Wir raten dazu, niemals zu glauben, dass man Geld zurückbekommt. Und man kann alle Daten, die mitgeschickt werden, ganz genau kontrollieren. Manchmal ist ein Fehler bei der Adresse, manchmal ist ein Fehler beim Buchungsdatum zu finden. Die Betrüger werden immer besser, und man muss ganz genau aufpassen.", so Schrittwieser gegenüber dem ORF.
Auch die Absenderadresse kann Hinweise liefern. Oft sind die Unterschiede zur echten Adresse eines Hotels oder einer Buchungsplattform kaum zu erkennen. Schrittwieser erklärt dazu: "aber manchmal ist es so, dass in der Mailadresse ein paar Buchstaben anders sind".
In den betrügerischen Nachrichten befindet sich häufig eine Datei, die angeblich eine Buchungsbestätigung enthält. Zusätzlich wird ein Link mitgeschickt, über den die Empfänger ihre Buchung aufrufen und die versprochene Rückzahlung erhalten sollen.
Genau hier ist besondere Vorsicht geboten. Die AK empfiehlt, solche Links nicht zu öffnen und auch verdächtige Anhänge nicht anzuklicken.
Bettina Schrittwieser rät im ORF, "keinesfalls einem Link zu folgen, und wer sicher sein möchte, ob die Information direkt vom Hotel oder der Buchungsplattform kommt, soll sich direkt in Verbindung setzen".
Wer Zweifel hat, sollte also selbst beim Hotel oder beim Buchungsanbieter nachfragen, statt die Kontaktmöglichkeiten aus der verdächtigen Nachricht zu verwenden.
Die AK Steiermark empfiehlt außerdem, erkannte Betrugsversuche bei der Polizei zu melden. Anzeigen können dabei helfen, gegen die Täter vorzugehen und weitere Fälle zu verhindern.
Selbst echte Buchungsdaten sind kein Beweis dafür, dass eine Nachricht tatsächlich vom Hotel stammt. Wer plötzlich eine Rückzahlung versprochen bekommt, sollte deshalb besonders genau hinschauen.