Rückgang bei Zulassungen

In diesen zehn Wiener Bezirken verschwinden die Autos

2025 ist die Zahl der Pkw gesunken. Besonders deutlich ist der Rückgang in der Brigittenau. In Margareten gibt es die wenigsten Autos pro Einwohner.
Wien Heute
08.10.2026, 11:56
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Wien wird in vielen Bezirken zunehmend autofreier. Wie eine aktuelle Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, ist die Zahl der zugelassenen Pkw im Jahr 2025 in zehn Wiener Bezirken zurückgegangen.

Besonders auffällig: In Margareten kommen auf 1.000 Einwohner gerade einmal 258 Autos – das ist österreichweiter Rekord. Auch im Langzeitvergleich zeigt sich ein deutlicher Trend. Im Jahr 2005 kamen in Wien noch 402 Pkw auf 1.000 Einwohner, mittlerweile sind es nur noch 363. Damit hat Wien im Vergleich der Landeshauptstädte mit Abstand den niedrigsten Motorisierungsgrad.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Margareten ist Österreichs Auto-Schlusslicht

Besonders stark ging die Zahl der Autos im Vorjahr in der Brigittenau zurück. Dort waren Ende 2025 um 409 Pkw pro 1.000 Personen weniger angemeldet als ein Jahr zuvor. Auch in Rudolfsheim-Fünfhaus und auf der Wieden verschwanden zahlreiche Fahrzeuge aus der Zulassungsstatistik.

In keinem anderen Bezirk Österreichs gibt es im Verhältnis zur Bevölkerung so wenige Autos wie in Margareten. Auf 1.000 Einwohner kommen hier nur 258 Pkw. Dahinter folgen die Brigittenau mit 266 und Rudolfsheim-Fünfhaus mit 267 Fahrzeugen. Insgesamt liegen bereits sechs Bezirke unter der Marke von 300 Pkw pro 1.000 Einwohner. Neben den drei Spitzenreitern sind das Neubau (283), Josefstadt (285) und Leopoldstadt (299).

Innere Stadt als Statistik-Ausreißer

Ganz anders sieht es am Stadtrand aus. In Liesing kommen auf 1.000 Einwohner 538 Autos – mehr als doppelt so viele wie in Margareten. Auch Hietzing (434) und Döbling (409) weisen vergleichsweise hohe Werte auf.

Eine Besonderheit ist die Innere Stadt: Hier sind statistisch sogar 1.016 Pkw pro 1.000 Einwohner angemeldet. Das liegt allerdings daran, dass zahlreiche Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ihre Fahrzeuge im ersten Bezirk zugelassen haben.

Donaustadt wächst schneller als die Zahl der Autos

Auch in der Donaustadt zeigt sich eine interessante Entwicklung. Obwohl der 22. Bezirk weiter kräftig wächst, ist die Zahl der Autos im Verhältnis zur Bevölkerung gesunken. Kamen 2024 noch 398 Pkw auf 1.000 Einwohner, waren es 2025 nur noch 392. Die Einwohnerzahl stieg im selben Zeitraum um rund 7.300 Personen und damit laut VCÖ fünfmal so stark wie die Zahl der Autos.

Der VCÖ sieht in der Entwicklung eine Chance, den öffentlichen Raum neu zu gestalten. Vor allem zusätzliche Carsharing-Angebote könnten es weiteren Haushalten ermöglichen, auf ein eigenes Auto zu verzichten.

VCÖ fordert billigere Öffi-Tickets

"Weniger Autos im Bezirk bedeutet, dass mehr Platz frei wird für Bäume entlang der Gehsteige. Gerade der heurige Sommer hat gezeigt, wie unerträglich sich Asphaltwüsten aufheizen und wie wichtig die verstärkte Begrünung im Straßenraum ist. Damit gibt es einerseits mehr Schatten auf Gehsteigen und andererseits mehr Kühlung für die Anrainerinnen und Anrainer", erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Gleichzeitig fordert die Mobilitätsorganisation finanzielle Anreize für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Konkret soll die Mehrwertsteuer auf Öffi-Tickets von derzeit zehn auf 4,9 Prozent gesenkt werden. Damit könnte laut VCÖ der Preis für die Wiener Jahreskarte selbst nach einer Inflationsanpassung geringfügig unter dem derzeitigen Niveau liegen.

red,08.10.2026, 11:56