Anrainerin verzweifelt

"Mutter umgestoßen!" Wienerin zittert vor Scooterbande

Jugendliche Raser auf E-Scootern sorgen derzeit für Gesprächsstoff in der Donaustadt. Anrainerin Maria P. reicht es: "Es muss sich etwas ändern!"
Yvonne Mresch
08.10.2026, 05:30
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"Sie haben meine 70-jährige Mutter umgestoßen, sie beleidigt, bespuckt und dann liegen gelassen", erinnert sich Maria P. (Name geändert). Die 39-Jährige lebt seit eineinhalb Jahren in der Seestadt – aber nicht zum ersten Mal. "Ich habe vor fünf Jahren schon einmal hier gewohnt und damals war alles noch anders. Es hat sich wesentlich verändert."

"Sie machen Stunts und beschimpfen Leute"

Das größte Problem seien die E-Scooter, betont sie. Konkret gehe es um eine "Bande" an Jugendlichen, die im Stadtentwicklungsgebiet ihr Unwesen treiben soll. "Es sind mehrere Burschen, ich würde sie auf 12 bis 15 Jahre schätzen. Sie treffen sich nach der Schule und sind im Sommer oft bis 22 Uhr unterwegs, sprechen schlechtes Deutsch. Sie rasen durch die Seestadt, teilweise zu zweit oder dritt auf den Scootern, ohne Helm, machen Stunts, fahren teilweise nebeneinander, sodass nicht einmal der Bus durchkommt. Dann beschimpfen sie den Busfahrer oder andere Menschen wie eben auch meine Mutter."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Muss endlich ein Ende haben"

Aber nicht nur das: Immer wieder käme es zu dramatischen Situationen, berichtet die Anrainerin. "Sie haben angefangen, Pyrotechnik auf Fußgänger mit Hunden oder Kinderwägen zu werfen. Mir selbst ist es auch schon passiert, ich habe sofort die Polizei gerufen." Maria P. startete einen Aufruf in den sozialen Medien und fragte nach ähnlichen Vorfällen. Das Resultat: Zahlreiche Kommentare mit Berichten und laut der Wienerin auch Privatnachrichten. "Nachbarn haben mir geschrieben, dass das endlich ein Ende haben muss."

"Brauchen E-Scooter-Verbot!"

Die Polizei sei bereits mehrfach involviert gewesen, geändert habe das jedoch nichts, so die verärgerte Wienerin: "Das Problem ist, dass die Polizeistation hier nicht durchgehend besetzt ist. Oft dauert es 45 Minuten bis jemand hier ist. Sie können dann auch nicht viel machen." Der Wunsch der 39-Jährigen: Ein E-Scooter-Verbot in der gesamten Seestadt, mit Ausnahme von Miet-Scootern. "Ich habe einfach Angst", klagt die junge Frau, die in einer Erdgeschoß-Wohnung mit Garten lebt. "Ich weiß nicht, ob sie mich erkennen, mir irgendwann etwas in den Garten werfen oder beschädigen. Sie haben schon Feuerlöscher gestohlen, zu Silvester war es hier wie im Krieg. Wir hätten uns so etwas als Kinder nie getraut!"

Polizei: "Zunehmende Nutzung von E-Scootern"

"Heute"  fragte bei der Polizei nach: Derartige Vorfälle, insbesondere ein Bewurf mit Pyrotechnik, seien nicht bekannt, heißt es dort. Auch entsprechende Anzeigen seien bei der Dienststelle bisher nicht eingegangen. "Da es sich bei der Seestadt um ein dynamisch wachsendes Stadtentwicklungsgebiet mit fortschreitendem Zuzug, insbesondere von Familien mit Kindern und Jugendlichen, ist auch eine zunehmende Nutzung von E-Scootern seitens des Stadtpolizeikommandos Donaustadt festzustellen", heißt es. Es werden regelmäßig Verkehrsschwerpunkte mit Hauptaugenmerk auf E-Scooter durchgeführt und "deren Lenker im Zuge dessen auch Personenkontrollen unterzogen."

Weiters stehe der zuständige Grätzlpolizist im stetigen Austausch mit zuständigen Stellen der Stadt Wien. Es werde unter anderem ein Hauptaugenmerk auf die Aufklärung über die Bestimmungen und Nutzung von E-Scootern bei Jugendlichen gelegt und die zuständigen Beamten seien sensibilisiert. "Grundsätzlich ersuchen wir Personen, die derartige Vorfälle beobachten oder selbst davon betroffen sind, diese möglichst zeitnah der Polizei zu melden."

Nachbarschaftswache als Idee

Sollte sich nichts ändern, plant Maria P. einen Umzug. "Es herrschen hier Getto-Zustände, ich traue mich als Frau nicht mehr abends alleine an den See. Ich bin mittlerweile schon auf der Suche nach einer Wohnung." Erst kürzlich kam es zu einem tragischen Scooter-Unfall in der Donaustadt – "Heute" berichtete. Maria P. ist sich sicher: "Das waren Mitglieder dieser Bande." Im Grätzl werde bereits über eine "Nachbarschaftswache" nachgedacht, erzählt sie und ergänzt: "Mal sehen, ob wir hier bald Zustände wie in New York haben."

ym,08.10.2026, 05:30