Nach einer Anzeige, wonach eine Ärztin aus einem Drittstaat nach Wien gereist sei, um hier kosmetische Behandlungen auf dem Schwarzmarkt anzubieten, schlug das Amt für Betrugsbekämpfung am Wochenende in einer Wiener Wohnung zu. Es ist nicht das erste Mal, dass in Privatwohnungen gefährliche Schönheitsbehandlungen durchgeführt werden – und das illegale Treiben auffliegt. "Heute" berichtete über mehrere ähnliche Fälle in den vergangenen Monaten.
Abstreiten war relativ unmöglich – die Finanzpolizisten ertappten die Kurpfuscherin aus dem arabischen Raum, als sie gerade einer Patientin Injektionen im Gesicht verabreichte. Im Zuge der Kontrolle trafen die Beamten auch mehrere Personen an, die sich bereits einer Behandlung unterzogen hatten. Sie hatten über Social Media und Mundpropaganda von der illegalen Schönheitsklinik erfahren.
Auch die Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien und die Wiener Polizei waren an der Aktion beteiligt.
Weiters fanden sich zahlreiche Medikamente, Spritzen sowie andere medizinische Utensilien in der Wohnung. Die Präparate hatte die Frau, die in ihrem Heimatland als Medizinerin tätig ist, am Vortag im Reisegepäck nach Wien geschmuggelt, so das Finanzministerium zu "Heute".
Wie sich herausstellte, lagen gegen die in Österreich nicht als Ärztin zugelassene Frau bereits in der Vergangenheit Anzeigen wegen Kurpfuscherei vor. Überdies war sie von der Staatsanwaltschaft zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Weitere Ermittlungen laufen.
Auch steuerrechtlich kommt nun einiges auf die Verdächtige zu. Denn: "Die Frau ist steuerlich nicht in Österreich ansässig und schleuste ihre Einnahmen am Staat vorbei", so das Finanzministerium.