Geldregen für den ÖFB! Der Fußball-Weltverband FIFA plant offenbar, in den kommenden Jahren Milliarden an seine Mitgliedsverbände auszuschütten. Auch Österreich könnte davon kräftig profitieren. Hinter dem Vorhaben von FIFA-Präsident Gianni Infantino könnte allerdings mehr stecken als reine Großzügigkeit.
Wie die US-Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf ein internes FIFA-Dokument berichtet, sollen zwischen 2027 und 2030 insgesamt 6,35 Milliarden Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) verteilt werden.
Besonders erfreulich für den ÖFB: Jeder der 211 FIFA-Mitgliedsverbände soll demnach 25 Millionen Dollar (rund 22,3 Millionen Euro) erhalten. Die FIFA begründet die geplante Ausschüttung mit den enormen Einnahmen der Fußball-WM im vergangenen Sommer. Mit dem Geld sollen die Entwicklung des Fußballs und die nationalen Verbände finanziell unterstützt werden.
Brisant ist allerdings der Zeitpunkt der Ankündigung. Im März 2027 will sich Infantino beim FIFA-Kongress in Marokko als Präsident wiederwählen lassen. Finanzielle Zuwendungen an die Mitgliedsverbände gelten seit Jahren als wichtiges Instrument im Kampf um die Macht im Weltfußball.
Zuletzt hatte vor allem die UEFA scharfe Kritik am Schweizer geübt. Angesichts der hohen WM-Einnahmen forderte der europäische Verband unter anderem Zahlungen von mindestens zehn Millionen Dollar an jeden Nationalverband. Mit den nun kolportierten 25 Millionen Dollar würde Infantino diese Forderung deutlich übertreffen.
Beschlossen ist der Geldregen allerdings noch nicht. Laut dem auf den 14. Oktober datierten Dokument soll der Finanzplan im Dezember vom FIFA-Rat finalisiert und anschließend beim Kongress im März 2027 abgesegnet werden.
Schon am Donnerstag könnte es zum nächsten Machtkampf kommen. Bei der Sitzung des FIFA-Councils in Zürich trifft Infantino auf seine Kritiker aus der UEFA. Der 56-Jährige steht insbesondere wegen seiner umstrittenen Vermarktungspläne für die WM-Geschäfte unter Druck. Dennoch kann er weiterhin auf breite Unterstützung aus Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien zählen.