Der SV Stripfing steht vor dem endgültigen Aus. Der finanziell angeschlagene Zweitligist hat die Fußball-Bundesliga am Montag mündlich informiert, den Spielbetrieb einzustellen und in den kommenden Tagen einen Insolvenzantrag einzubringen. Das bestätigte Bundesliga-Vorstandschef Christian Ebenbauer der "APA": "Nach aktuellem Wissensstand ist davon auszugehen, dass der Spielbetrieb eingestellt wird."
Noch fehlt die schriftliche Bestätigung, doch dass die für Freitag angesetzte Partie in Amstetten stattfindet, scheint ausgeschlossen. "Wir sind dran, dass wir das im Sinne aller und im Sinne der Schadensminimierung schnellstmöglich erhalten", so Ebenbauer.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich die Lage dramatisch zugespitzt. Wegen ausständiger Gehälter traten fast alle Spieler aus ihren Verträgen aus – völlig legal. "Weniger als ein halbes Dutzend Spieler ist noch da", bestätigte Thomas Pichlmann von der Spielergewerkschaft younion. Auch Trainer Emin Sulimani und Sportdirektor Alexander Grünwald warten wie der Rest des Teams seit Juli auf ihr Gehalt.
Doch wie konnte Stripfing im Frühjahr überhaupt die Lizenz erhalten? Laut Ebenbauer präsentierte sich der Verein damals noch anders: Er verfügte über positives Eigenkapital im sechsstelligen Bereich, hatte keine überfälligen Verbindlichkeiten und gesicherte Sponsorenverträge.
Seither ist viel passiert: Die Kooperation mit der Wiener Austria endete, und ein im Juli eröffnetes Konkursverfahren gegen Mäzen Erich Kirisits brachte den Verein in schwere Turbulenzen.
Noch kurz vor Saisonstart, als erste Gerüchte über finanzielle Probleme auftauchten, hatte es ein Gespräch zwischen der Bundesliga und Stripfing über die wirtschaftliche Lage des Vereins gegeben. Damals versicherte die Klubführung, die Saison sei durchfinanziert.
Nur wenige Monate später ist klar: Stripfing kann die Saison nicht zu Ende spielen, alle bisherigen Spiele werden annulliert. "Dass ein Bewerb unterjährig nicht vollständig zu Ende geführt werden kann, ist ein immaterieller Reputationsschaden, den man in jeder Form versucht zu vermeiden. Deswegen haben wir ein Lizenzierungs- und Zulassungsverfahren", sagte Ebenbauer.