Nach monatelanger Übergangslösung hat der Iran wieder einen regulären Verteidigungsminister. Das Parlament bestätigte am Sonntag den Luft- und Raumfahrtexperten Mehrdad Achlaki Ketabtschi.
Der frühere Leiter der staatlichen Organisation für Luft- und Raumfahrtindustrie übernimmt damit die Führung des iranischen Rüstungs- und Beschaffungsapparats. Bei der Abstimmung votierten 237 Abgeordnete für ihn, 15 dagegen. Der 68-Jährige steht auf den Sanktionslisten der USA und der Europäischen Union.
Er folgt auf Interimsminister Madschid Ebn al-Resa, der das Ressort seit Februar vorübergehend geleitet hatte. Der damalige Verteidigungsminister Asis Nasirzadeh war zu Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran getötet worden.
Nur kurze Zeit nach seiner Bestätigung richtete Ketabtschi eine deutliche Warnung an Washington. Der US-Präsident solle sich darauf konzentrieren, die amerikanischen Truppen sicher aus der Region abzuziehen. "Wenn er eine einzige Bombe abwirft, wird er sehen, wie viele seiner Soldaten die Region in waagerechter Position verlassen müssen."
Hintergrund ist ein Bericht des US-Senders CNN. Demnach hat das amerikanische Militär mögliche Angriffe auf iranische Energie- und Atomanlagen vorbereitet. Dabei könnte auch die GBU-43/B zum Einsatz kommen, die stärkste nicht nukleare Bombe im US-Arsenal. Sie ist als "Mutter aller Bomben" bekannt.
Der neue Verteidigungsminister erklärte, der Iran habe bereits Gegenmaßnahmen vorbereitet. Sollte der "amerikanische Feind" erneut falsch kalkulieren, werde die Antwort "überraschend und umfassend" ausfallen. Ob US-Präsident Donald Trump tatsächlich einen neuen Angriff anordnet, ist offen.