Die Lage im Nahen Osten kippt erneut: Kurz nach ersten Passagen von Schiffen durch die Straße von Hormuz ist die wichtige Route schon wieder gesperrt.
Nach Inkrafttreten der vorübergehenden Feuerpause hatten am Mittwoch zunächst erste Schiffe die Meerenge passiert. Doch wenig später teilte die iranische Führung mit, die Straße von Hormuz wieder komplett zu schließen – als Reaktion auf den israelischen Angriff auf den Libanon.
Ein iranischer Militärvertreter erklärte, dass Öltankern die Durchfahrt verweigert werde. Das widerspricht bisherigen Absprachen mit den USA. Laut Nachrichtenagentur Fars konnten nur zwei Tanker passieren, bevor der Verkehr aus Protest erneut gestoppt wurde.
Aus Washington folgte scharfe Kritik: Das Weiße Haus forderte die sofortige Öffnung. Regierungssprecherin Karoline Leavitt nannte eine Sperre "völlig inakzeptabel" und sagte über die Revolutionsgarden: "Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was sie öffentlich sagen und was sie privat sagen."
US-Präsident Donald Trump hatte die "vollständige, unverzügliche und sichere" Öffnung zur Bedingung für die Waffenruhe gemacht. Teheran hatte diese zuvor zwar in Aussicht gestellt – aber an Auflagen wie Maut geknüpft.
Nun erklärte der Iran die Feuerpause für "nicht sinnvoll". Grund seien die heftigen israelischen Angriffe auf den Libanon. Israel und die USA betonten zuletzt, dass der Libanon nicht Teil des Abkommens sei. Premier Benjamin Netanyahu stellte klar, die Waffenruhe im Iran sei "nicht das Ende des Kampfes" – Israel habe "noch Ziele zu erreichen", etwa die Entfernung von mehr als 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran aus dem Iran.