Alkohol am Steuer, Polizeikontrolle und der Führerschein weg – der Vorfall um Ex-ÖFB-Star Martin Hinteregger sorgte im vergangenen Sommer für großes Aufsehen. Nun hat der 33-Jährige erstmals ausführlich über das Geschehen gesprochen und erklärt, welche Lehren er daraus gezogen hat.
Hinteregger blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück: Europa-League-Sieger mit Eintracht Frankfurt 2022, 67 Länderspiele für Österreich, fünf Meistertitel mit Salzburg. Heute engagiert sich der Kärntner im Nachwuchsbereich und für sozial benachteiligte Kinder. Umso größer war der Schock, als er im Juni bei einer Routinekontrolle im Bezirk Feldkirchen angehalten wurde. Laut Vortest soll er 2,3 Promille Alkohol im Blut gehabt haben.
"Ich habe den Alkomat-Test offiziell verweigert, deshalb verwundert es mich, dass eine konkrete Promille-Angabe gemacht wurde", sagt Hinteregger rückblickend gegenüber der "Krone". Ausreden sucht er dennoch keine. "Es war eine komplett unnötige Aktion. Jeder macht einmal große Fehler. Ich bin einfach froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist." In dem Moment habe er noch geglaubt, problemlos fahren zu können – "das war ein klarer Irrtum".
Die Konsequenzen hat der ehemalige Teamspieler akzeptiert. Sechs Monate musste er den Führerschein abgeben, inklusive Nachschulungen. "Jetzt lasse ich das Auto schon bei einem Glas stehen. Mir ist auch bewusst, dass die Polizei bei mir genauer hinschaut – und das völlig zu Recht." Den Führerscheinentzug nimmt er heute sogar mit einer Portion Humor: "So gesehen finde ich es nicht schlimm. Irgendwann erwischt es fast jeden. Ich habe gelernt, wie angenehm Zugfahren sein kann – großes Lob an die ÖBB."
Trotz allem sieht Hinteregger seine aktuelle Arbeit nicht beeinträchtigt. "Ich weiß, dass ich eine Vorbildfunktion habe. Aber meine Tätigkeit leidet nicht darunter, nur weil ich einmal betrunken gefahren bin." Der Fokus liegt nun klar auf seinen Projekten. Mit seinem Nachwuchsprojekt "Coach13" ist er aktuell mit einer U11- und U12-Mannschaft bei Oliver Glasner zu Gast. Gespielt wird am Trainingsgelände von Crystal Palace, unter anderem gegen die Akademie des Premier-League-Klubs. "Wir wollen sehen, wo wir im Vergleich stehen", erklärt Hinteregger, der unter Glasner einst seine sportlich beste Zeit erlebte.
Für seinen Heimatverein lief er im Herbst noch in der Unterliga auf, künftig aber nur noch im Notfall. Im Sommer könnte eine neue Aufgabe warten: Hinteregger soll den Nachwuchs der Austria Klagenfurt übernehmen – sofern der Klub wirtschaftlich stabil bleibt.