Austro-Türke Berkan C. aus Wien-Favoriten wurde nun in Istanbul von Polizisten erschossen– das Protokoll seines Werdegangs zum IS-Fanatiker ist von Behördenversagen geprägt. Trotz U-Haft und Verurteilung gelang es dem jungen Mann im August unentdeckt in die Türkei auszureisen. Dort wollte er ein Blutbad anrichten, Polizeikugeln rissen ihn und einen Passanten in den Tod.
Für seine frühere Verteidigerin, Star-Anwältin Astrid Wagner, ist die Causa ein besonders "tragischer Fall" eines Unverbesserlichen. Wegen seiner rasenden Radikalisierung war der 20-Jährige seit 2025 im Visier heimischer Behörden. Damals sei er fest entschlossen gewesen, "in den Dschihad zu ziehen", erinnert sich Wagner.
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Erstmals wurde er inhaftiert, als er sich in Ägypten dem IS anschließen wollte und sich seine besorgten Eltern – laut Anwältin Wagner "westlich orientierte Türken aus Wien" – bei der Polizei meldeten. Der Sohn kam Ende Mai 2025 sofort in U-Haft und fiel dort durch Selbstverletzungen auf, beteuerte jedoch, jeglichen radikalen Gedanken abgeschworen zu haben und kam im November 2025 wieder auf freien Fuß.
Offenbar radikalisierte er sich in Freiheit wieder rasend schnell und spazierte im März 2026 in Terror-Montur in ein Waffen-Geschäft und wollte dort eine Pistole kaufen. Sofort klickten die Handschellen erneut, doch beim Prozess gelang es dem jungen Mann erneut, den Richter davon zu überzeugen, dass er nicht mehr radikal sei – und er kam wieder (!) auf freien Fuß.
Allerdings unter den Auflagen, sich Beratungen und Bewährungshilfe zu stellen. "Laut einem Bericht der Deradikalisierung-Verantwortlichen nahm er seine Termine verlässlich wahr", heißt es aus der Justiz zu "Heute". Der Verein DERAD behauptet jedoch, dass das nicht stimmen würde und man das Gericht darüber am 9. April bereits benachrichtigt hätte.
Fest steht: Im August folgte die Benachrichtigung des Vereins ans Gericht, dass der Austro-Türke in die Türkei gereist wäre. Ein sofortiger Widerruf und Haftbefehl war die Folge – zu spät. Denn auch in Istanbul war er nach kurzer Inhaftierung freigekommen.
Mit kurzgeschorenen Haaren und langem Bart sah Berkan C. nicht nur aus wie ein IS-Krieger – sondern fühlte sich innerlich wohl auch wie einer. Im Geheimen schmiedete er offenbar große Anschlagspläne und stand wohl kurz davor, sie auch in die Tat umzusetzen.
Bei einer Hausdurchsuchung gelang ihm am 3. September die Flucht. In seiner Wohnung wurde Sprengstoff gefunden. Als Beamte ihn kurz darauf an einem Busbahnhof stellten, eröffnete Berkan C. das Feuer – der Österreicher und ein unschuldiger Passant starben. Die Frage, ob das möglicherweise verhinderbar gewesen wäre, müssen sich alle Verantwortlichen gefallen lassen. Antworten werden sie wohl keine liefern…