IS-Zelle ausgehoben

IS-Teenager planten Attacken auf Christen und Juden

Offenbar planten Jugendliche in Deutschland Angriffe mit Messern und Molotowcocktails und nahmen dabei Synagogen und Polizeiposten ins Visier.

20 Minuten
IS-Teenager planten Attacken auf Christen und Juden
Dank Chatverläufen hat die Polizei in Deutschland eine jugendliche IS-Zelle ausgehoben. (Symbolbild)
Getty Images/iStockphoto

Die deutsche Polizei hat vier Jugendliche verhaftet, die im Verdacht stehen, im Namen der Terror-Miliz IS diverse Attacken auf öffentliche Veranstaltungen und Polizeikräfte geplant zu haben. Der Fall kam durch Ermittlungen gegen die 16-jährige Albina H. ins Rollen, wie die "Bild"-Zeitung schreibt.

Wie die Polizei dabei feststellte, hatte das Mädchen aus Iserlohn regelmäßigen Kontakt mit einer 13- und zwei 15-Jährigen, alle vier Jugendlichen sollen den Islamischen Staat verherrlicht haben. Bei weiteren Nachforschungen fokussierten sich die Ermittler dann auf eine der 15-Jährigen, deren Vater bereits der Polizei bekannt ist.

Handy wegen verdächtigem Vater beschlagnahmt

Vor sechs Jahren ermittelte die Polizei gegen den Mann, weil dieser Spenden für den IS gesammelt haben soll. Bei einer Kontrolle wurde in seinem Auto später eine Waffe gefunden, bei einer späteren Hausdurchsuchung stellten die Polizisten außerdem eine Machete und einen Dolch sicher – und beschlagnahmten das Handy der 15-jährigen Wiam S.

Dadurch kamen die Behörden der Terror-Zelle überhaupt erst auf die Spur: Auf dem Handy der Jugendlichen wurde eine Chat-Gruppe gefunden, in der mehrere Personen Anschläge planten. Dabei sollten etwa Kirchen oder Polizeistationen mit Messern angegriffen werden, etwa in Dortmund, Düsseldorf oder Köln.

Pläne wurden immer konkreter

Wiam S. und Albina H., die von der Polizei in der Zwischenzeit als Gefährderinnen festgenommen wurden, machten keine Angaben zu den weiteren Mitgliedern der Gruppe. Diese konkretisierten ihre Anschlagspläne in dem Chat derweil: So sollten in Iserlohn im Bundesland Nordrhein-Westfalen während des Ramadan Kirchen, Synagogen oder Sportclubs angegriffen werden, dabei wollten die Islamisten auch Molotowcocktails einsetzen und "notfalls auf Ungläubige schießen".

Nach Ermittlungen konnte die Polizei auch die beiden anderen Islamisten, die in der Gruppe ihre Anschlagspläne teilten, verhaften. Sowohl der 15-jährige Julius S. als auch der 16-jährige Yusa P. waren der Polizei demnach bisher völlig unbekannt. Sie sitzen wegen der Chats auf ihren Handys derzeit in Untersuchungshaft.

"Das Amtsgericht Düsseldorf hat am Osterwochenende Haftbefehle gegen drei Jugendliche, 15, 16 und 15 Jahre alt, wegen Sich-Bereit-Erklärens zu einem Verbrechen – nämlich Mord und Totschlag – in Tateinheit mit der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erlassen", so Oberstaatsanwalt Holger Heming von der Zentralstelle Terrorismusverfolgung des Bundeslandes NRW.

"Exemplarischer Fall von Radikalisierung"

Die Beschuldigten seien dringend verdächtig, einen islamisch motivierten Terroranschlag geplant und sich zu dessen Durchführung bereit erklärt zu haben. "Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie schnell sich junge Menschen im Netz radikalisieren und dann auch Anschläge planen", warnt ein Staatsschützer gegenüber der "Bild". Man appelliere an alle Lehrer, Eltern und Freunde, bei verdächtigen Entwicklungen die Polizei zu informieren.

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