Nach monatelangem Ringen und fünf intensiven Verhandlungsrunden ist der Kollektivvertrag für rund 60.000 Beschäftigte der Elektro- und Elektronikindustrie fixiert.
Dem Abschluss gingen insgesamt zwölf Verhandlungswochen, Betriebsversammlungen und sogar Streikbeschlüsse voraus. Entsprechend groß ist die Erleichterung bei den Arbeitnehmervertretern.
"Es stand Spitz auf Knopf. Bis zuletzt boten die Arbeitgeber nur eine Mini-Erhöhung von einem Prozent an und erst heute kam endlich Bewegung in die Verhandlung. Mit Betriebsversammlungen, Solidarität und Streikentschlossenheit mussten sich die Belegschaften den Respekt und die Wertschätzung erst erkämpfen", sagen Chefverhandler Reinhold Binder von der PRO-GE und Chefverhandlerin Eva Scherz von der GPA.
Rückwirkend mit 1. Mai 2026 steigen die Mindestlöhne, Mindestgehälter und Lehrlingseinkommen um 3 Prozent. Auch die kollektivvertraglichen Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden um 3 Prozent erhöht.
Besonders Beschäftigte in belastenden Schichtmodellen profitieren. Die Zulagen für die zweite und dritte Schicht werden schrittweise auf 1,50 Euro beziehungsweise 4 Euro pro Stunde angehoben.
Auch bei den tatsächlichen Einkommen gibt es ein Plus. Die Ist-Löhne und Ist-Gehälter steigen um 1,85 Prozent plus 22 Euro. Dadurch erhöhen sich die Einkommen um bis zu 2,7 Prozent.
Zusätzlich konnten die Gewerkschaften neue Freizeitansprüche durchsetzen. Künftig gibt es Gesundheitstage für Beschäftigte ab 40 Jahren beziehungsweise nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit. Vereinbart wurde außerdem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung.
"Das Gesamtpaket mit nachhaltigen Erhöhungen bei Löhnen, Gehältern, Zulagen, Aufwandsentschädigungen, mit mehr Geld für belastende Schichtarbeitszeiten sowie mit mehr Freizeitanspruch für Beschäftigte ab dem 40. Lebensjahr sind der gemeinsame Erfolg der Betriebsrät:innen und Beschäftigten", sagen Binder und Scherz.