Serbe nach Verurteilung sauer:

"Jetzt kann ich Staatsbürgerschaft wieder vergessen"

Vor dem Bezirksgericht Liezen endete für einen Serben nicht nur ein weiterer Prozess, sondern auch der Traum der österreichischen Staatsbürgerschaft.
André Wilding
03.02.2026, 09:56
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Schon mehrfach hatte er Ärger mit der Justiz, nun stand er erneut vor Gericht. Diesmal ging es um Altmetall, ein verschwundenes Aluminiumdach und einen Kleintransporter, der plötzlich in Serbien auftauchte. Das Urteil fiel deutlich aus – und traf den Angeklagten doppelt hart.

"Ein bisschen Schrotthandeln"

Der Serbe schilderte laut "Kleine Zeitung" vor Gericht, er betreibe "ein bisschen Schrotthandeln" und hole seit Jahren Altmetall vom Bauhof einer Gemeinde im Bezirk Liezen ab. Das sei bisher nie ein Problem gewesen. An jenem Tag nahm er jedoch ein Aluminiumdach mit. "Hätte ich gewusst, dass man das nicht mehr darf, hätte ich es nicht gemacht", wird er in der Tageszeitung zitiert.

Der Bauhofleiter sah das anders. Auf Nachfrage von Richter Hans-Joachim Maierhofer stellte er in der "Kleinen Zeitung" klar: "Nein", es sei nicht ausgemacht gewesen, dass sich der Mann dort bedienen dürfe. Weil das offenbar öfter vorkam, habe man sogar eine Kamera installiert. "Wir haben beschlossen, es gibt nichts mehr. Das ist Diebstahl, und aus." Nach der Anzeige entschuldigte sich der Angeklagte immerhin und bezahlte das Aludach.

Bus "wollte eh keiner mehr haben"

Doch damit war die Sache für das Gericht noch lange nicht erledigt. Zusätzlich ging es um einen gepfändeten Kleintransporter. Statt ihn abzugeben, brachte der Mann das Fahrzeug kurzerhand nach Serbien und verhinderte so die Zwangsvollstreckung. In Österreich habe den Bus "eh keiner mehr haben wollte", erklärte er vor Gericht. Am Balkan habe er ihn "um 600 oder 650 Euro verkauft", berichtet die Tageszeitung.

Beim Vorwurf der Vollstreckungsvereitelung räumte der Angeklagte seine Schuld ein. Er sei "schon schuldig" und bat um ein mildes Urteil. Anders beim Diebstahl: Hier fühle er sich "leider Gottes nicht schuldig" und verlangte laut "Kleine Zeitung" einen Freispruch.

Richter Maierhofer folgte dieser Argumentation nicht. Er sprach den Serben in beiden Punkten schuldig und verhängte vier Monate bedingte Haft mit einer Probezeit von drei Jahren. Zusätzlich muss der Erlös aus dem Busverkauf abgeführt werden. In seiner Begründung wurde der Richter laut "Kleine Zeitung" deutlich: "Sie haben schon drei Vorstrafen, haben sogar schon einmal einen Teil einer bedingten Strafe abgesessen." Es handle sich um ein "getrübtes Vorleben mit Betrug und Diebstahl", erneut seien Vermögensdelikte im Spiel.

Verhandlungssaal verärgert verlassen

Beim Angeklagten wich die Hoffnung rasch der Enttäuschung. "Das heißt, jetzt kann ich die österreichische Staatsbürgerschaft wieder vergessen", sagte er nach Angaben der Tageszeitung hörbar frustriert. "Weil wenn ich verurteilt bin, kann ich die nicht beantragen." Danach verließ er verärgert den Verhandlungssaal.

Mit dem Urteil ist nicht nur ein weiteres Kapitel seiner Justizgeschichte geschrieben – auch der Weg zur österreichischen Staatsbürgerschaft ist für den Serben vorerst versperrt.

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