Als beliebter TV-Arzt begeistert Hans Sigl (57) seit Jahren ein Millionenpublikum. Doch abseits der Kameras hat der Österreicher auch zu ernsten Themen einiges zu sagen.
Jetzt spricht der Schauspieler Klartext über die Politik und den Hass im Netz.
Im Gespräch mit dem Magazin "Stern" macht der 57-Jährige deutlich, dass sich auch Prominente zu gesellschaftlichen und politischen Fragen äußern sollten. "Jeder Mensch muss politisch sein. Ich finde es schlimm, wenn Menschen sich gar nicht äußern wollen", stellt der "Bergdoktor"-Star klar.
Besonders die Politik in Österreich und Deutschland sieht Sigl kritisch. Ihm fehlt es an verständlicher Kommunikation. Politiker sollten ihre Pläne nicht hinter komplizierten Formulierungen verstecken, sondern den Menschen erklären, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen auf deren Alltag haben.
Ein positives Beispiel sieht er im ehemaligen deutschen Wirtschaftsminister Robert Habeck. Dieser habe politische Zusammenhänge seiner Meinung nach nachvollziehbar erklärt.
Dass seine offenen Worte nicht bei allen gut ankommen, weiß der Schauspieler nur zu gut. Im Internet wird er immer wieder beschimpft und sogar bedroht. Statt sich auf hitzige Diskussionen einzulassen, reagiert Sigl zunächst gelassen. Auf böse Kommentare antwortet er gerne mit einem einfachen "Warum so grantig?".
Doch auch beim sonst so entspannten TV-Star ist irgendwann Schluss. Wer ihn weiterhin beleidigt, wird blockiert. Bei besonders schweren Grenzüberschreitungen zieht er sogar rechtliche Schritte in Betracht.
Trotz aller negativen Erfahrungen lässt sich Sigl seine positive Lebenseinstellung nicht nehmen. Sein persönliches Motto lautet: "Der nächste Sommer wird ein Knaller". Auch über das Älterwerden und die eigene Endlichkeit möchte der Schauspieler lieber optimistisch denken, statt sich von düsteren Gedanken bestimmen zu lassen.