Vorteile für Freiwilligkeit

Job-Bonus für Ehrenamtliche – Landeschef macht Ernst

Kärnten stärkt jetzt das Ehrenamt. Eine neue Karte bringt Rabatte, zudem soll freiwilliges Engagement bei öffentlichen Jobs zum Bonus werden.
Newsdesk Heute
07.09.2026, 23:15
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Wer sich in Kärnten ehrenamtlich engagiert, soll künftig stärker davon profitieren. Das Land startet eine neue Ehrenamtskarte mit Vergünstigungen und will freiwilliges Engagement auch bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst stärker berücksichtigen.

Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) präsentierte das neue Maßnahmenpaket gemeinsam mit Gemeindebundpräsident Günther Vallant und Patrick Egger vom Freiwilligenzentrum Kärnten. Ziel sei es, die Wertschätzung für freiwillig Tätige stärker sichtbar und spürbar zu machen.

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"Ehrenamt ist Säule der Demokratie"

Für Fellner geht die Bedeutung freiwilliger Arbeit weit über die konkrete Hilfe für andere hinaus. "Ehrenamt ist mehr, als anderen Menschen zu helfen, ihnen etwas Gutes zu tun, zu retten, zu schützen, zu unterhalten. Ehrenamt ist eine Säule der Demokratie. Menschen beteiligen und engagieren sich – in Vereinen, in politischen Umfeldern. Sie alle kämpfen gemeinsam für eine Sache und machen damit deutlich, dass es keine Ohnmacht gibt. Und die Zahlen belegen, dass wir Europameister darin sind", so Fellner.

Mehr als 48 Prozent der Menschen über 15 Jahren in Österreich seien ehrenamtlich tätig. Laut Land ist das der höchste Wert im internationalen Vergleich. Auch die Niederlande und Schweden kommen auf einen Anteil von mehr als 40 Prozent.

"Ehrenamtliche Arbeit ist damit ein essenzieller Beitrag an der Gesellschaft. Weit mehr als 20 Millionen Stunden pro Woche werden in Österreich ehrenamtlich und freiwillig geleistet. Das ist ein riesiger Schatz, den muss man hüten. Die Wertigkeit dieser Arbeit muss viel mehr in den Fokus gerückt werden. Es muss mehr Vorteile für Menschen geben, die freiwillig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen", betonte Fellner.

Ehrenamt soll bei Jobs Bonus bringen

Ein Teil des Maßnahmenpakets betrifft Bewerbungen im öffentlichen Bereich. Freiwilliges Engagement soll künftig Bonuspunkte bringen und bei Jobzusagen als wichtiger Parameter berücksichtigt werden.

Auf Gemeindeebene werde dieses Modell bereits angewendet. Gemeindebundpräsident Vallant spricht von "vollem Erfolg". "Bei gleichen Qualifikationen kann dann eine ehrenamtliche Tätigkeit entscheidend werden."

Auch bei öffentlichen Vergaben will das Land ansetzen. In den Vergaberichtlinien soll künftig berücksichtigt werden, wenn Unternehmen das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter unterstützen. Dabei wolle Kärnten den gesetzlich möglichen Spielraum nutzen.

Neue Karte bringt Rabatte

Bereits jetzt startet außerdem die Kärntner Ehrenamtkarte. Bei derzeit 26 Partnern erhalten Inhaber Rabatte und andere Vorteile beim Einkaufen.

"Bitte registrieren sie sich unter fwz-ktn.at, das dauert eine Minute. Dann erhalten sie die Kärntner Ehrenamtkarte – und los geht es mit den vergünstigten Einkäufen", appellierte Egger. Das Angebot soll weiter wachsen. "Die Liste der Partner, die damit auch das Ehrenamt unterstützen, wird täglich länger", so Egger.

Fellner will Ehrenamt auf Zivildienst anrechnen

Eine weitere Forderung betrifft eine mögliche Verlängerung des Zivildienstes auf elf Monate. Fellner will in diesem Fall freiwilliges Engagement berücksichtigen. "Ehrenamtliches Engagement, von dem die Gesellschaft massiv profitiert, muss anerkannt werden."

Konkret fordert der Landeshauptmann, Ehrenamt auf den Zivildienst anzurechnen und dadurch dessen Dauer entsprechend zu reduzieren.

Zusätzlich soll noch heuer eine Kärntner Ehrenamt-Charta den Partnern zur Unterschrift vorgelegt werden. "Damit wollen wir die gemeinsame Verantwortung, das Ehrenamt in Kärnten weiterhin zu unterstützen und zu schützen, festschreiben und manifestieren".

"Ehrenamt ist unbezahlbar"

Vallant und Egger bezeichneten die freiwillige Arbeit als "unbezahlbaren Wert für die Gesellschaft". Die Gemeinden stellen laut Vallant unter anderem Infrastruktur für Vereine bereit – von Sportstätten und Kulturhäusern bis zu Rüsthäusern und weiteren Vereinsgebäuden. "Mit unserem Maßnahmenpaket wollen wir von Herzen danke sagen", erklärten Fellner, Vallant und Egger unisono.

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.09.2026, 23:15