Der Innviertler wünschte sich nichts mehr, als die Punk-Legenden auf ihrer Abschiedstournee zu sehen. Wegen seiner 2022 diagnostizierten Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) konnte er die Anreise aber nicht mehr mit dem eigenen Auto bewältigen.
Dank des Rotkreuz-Wunschmobils wurde der Konzertbesuch dennoch möglich. Gemeinsam mit Johannes' Frau und seinen Kollegen von der Rettungsorganisation der Ortsstelle Mettmach (Bez. Ried im Innkreis) ging es nach Wien.
Für den jungen Patienten bedeutete der Abend weit mehr als ein Konzertbesuch. "Es war ein großer Wunsch, seine Lieblingsband noch einmal live erleben zu dürfen, bevor sich die Toten Hosen von der Bühne verabschieden", erzählt seine Frau. Die Lieder haben den 33-Jährigen über viele Jahre begleitet, ihm Trost gespendet und immer wieder Kraft gegeben.
Als Rettungssanitäter ist er selbst Teil jener Gemeinschaft, die täglich für andere Menschen da ist. Diesmal waren es seine Kollegen, die ihm einen unvergesslichen Abend ermöglichten.
Einer von ihnen ist Michael Feichtinger, der Johannes als Freund und Kollege schon lange kennt. Gemeinsam verbrachten sie viele Stunden im Rettungsdienst.
Für ihn war es selbstverständlich, die Wunschfahrt als Lenker zu begleiten. "Es hat mir unheimlich viel Freude gemacht, wieder einmal etwas gemeinsam mit 'Jimmy' zu unternehmen und vor allem zu sehen, wie viel Spaß er hatte", erzählt Feichtinger.
Auch die Unterstützung der Kollegen hat Feichtinger beeindruckt: "In Mettmach war die Bereitschaft, bei dieser Wunschfahrt mitzuhelfen, enorm. Es ist schön, gerade in schwierigen Zeiten eine solche Gemeinschaft hinter sich zu haben."
Die Fahrt nach Wien verlief reibungslos, die Atmosphäre war von Beginn an locker und ausgelassen. Selbst auf der Heimfahrt wurde noch gemeinsam gelacht. Besonders in Erinnerung blieb Johannes und seinen Begleitern jener Moment, als die Toten Hosen die Bühne betraten und die Stimmung im Stadion ihren Höhepunkt erreichte.
"Ich kann noch immer nicht glauben, dass ich tatsächlich dort war. Ein großes Danke, dass ihr mir diesen Herzenswunsch ermöglicht habt!", sagt der Fan. Auch für seine Frau war der Konzertbesuch etwas Besonderes: "Es war ein cooler, entspannter Ausflug mit meinem Mann, ohne dass ich mich um alles kümmern musste."
Noch einmal wohin reisen, ein Konzert besuchen oder einen geliebten Menschen wiedersehen: Mit dem Wunschmobil ermöglicht das OÖ. Rote Kreuz Menschen wundervolle Erlebnisse in ihrer letzten Lebensphase. "Es geht darum, Lebensfreude zu schenken und gemeinsam mit den Angehörigen wertvolle Erinnerungen zu schaffen", sagt Präsident Gottfried Hirz.
Weitere Infos findet man online. Persönliche Herzenswünsche können jederzeit unter [email protected] eingereicht werden.