Die Hilfsbereitschaft ist riesig, doch der Mann, dem sie zugutekommen soll, meldet sich nicht! Für den als "RaBatman" bekannt gewordenen Billa-Kassier aus Linz wurden mittlerweile mehr als 33.000 Euro gesammelt. Damit könnte der 23-Jährige den Schaden, den er seinem früheren Arbeitgeber zugefügt hat, vollständig wiedergutmachen.
Das Problem: Der junge Mann hat das Geld bislang nicht angenommen. Der Initiator der Spendenaktion wartet seit fast zwei Wochen auf eine Rückmeldung. Und auch Billa hat sich nun erneut zu Wort gemeldet.
Der Fall des ehemaligen Supermarktmitarbeiters sorgte österreichweit für Schlagzeilen. Der 23-Jährige hatte Kunden immer wieder unerlaubte Preisnachlässe gewährt. Dadurch entstand Billa ein Schaden von rund 25.700 Euro.
Der Linzer wurde wegen Untreue zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt und muss den finanziellen Schaden wiedergutmachen. Seinen Job verlor er ebenfalls.
Nach Bekanntwerden des Urteils startete Patrick Frewein aus Waidhofen an der Ybbs eine Spendenaktion unter dem Motto "Free our RaBatman". Tausende Menschen beteiligten sich, innerhalb kürzester Zeit war das ursprüngliche Ziel erreicht.
Am Mittwochnachmittag (21. Oktober) lagen die Spenden bereits bei 33.613 Euro. Damit ist die geforderte Schadenssumme um knapp 8.000 Euro überschritten.
Doch ausgerechnet der Begünstigte lässt auf sich warten. Wie die "Krone" berichtet, hatte Frewein bereits vor knapp zwei Wochen Kontakt mit dem Anwalt des ehemaligen Kassiers aufgenommen. Über diesen ließ der Niederösterreicher seine Kontaktdaten an den 23-Jährigen weitergeben. Damals sei ihm angekündigt worden, dass sich der junge Mann melden werde.
Seither wartet Frewein allerdings auf den versprochenen Anruf. Warum der Ex-Kassier bislang keinen Kontakt aufgenommen hat, ist nicht bekannt. Ob er das Geld überhaupt annehmen möchte, bleibt damit offen.
Für die zahlreichen Unterstützer stellt sich nun die Frage, was mit ihrem Geld passiert, sollte sich der 23-Jährige weiterhin nicht melden. Laut Frewein bleibt die Spendenaktion vorerst geöffnet. Er könne sie selbst nicht schließen. Zuletzt beteiligten sich rund 2.300 Menschen an der Sammlung.
Sollte der ehemalige Kassier die Spenden nicht annehmen, bleibe das Geld nach Angaben des Organisators ein Jahr lang auf der Plattform. Anschließend würden die Beträge an die jeweiligen Spender zurückgezahlt.
Damit wäre die finanzielle Unterstützung zwar gescheitert, die Rückzahlung des Schadens an Billa bliebe für den 23-Jährigen aber weiterhin eine Verpflichtung.
Eine weitere Überraschung gibt es vom Lebensmittelkonzern. Billa hatte nach Bekanntwerden des großen Spendenzuspruchs angekündigt, die Schadenssumme zu verdoppeln und den Betrag von rund 51.400 Euro an gemeinnützige Organisationen weiterzugeben.
Das Geld soll Einrichtungen zugutekommen, die sich mit psychischer Gesundheit und Inklusion beschäftigen. Bisher war allerdings unklar, ob Billa diese Spende erst leisten würde, wenn der ehemalige Mitarbeiter den verursachten Schaden tatsächlich zurückgezahlt hat.
Nun stellt der Konzern klar: Die Spende kommt auf jeden Fall! "Wir machen die Spende nicht davon abhängig, ob und wann der Schaden wiedergutgemacht wird und das Geld bei uns einlangt", erklärte Billa-Sprecher Julian Steiner.
Auch wenn "RaBatman" die gesammelten Spenden nicht annimmt oder seine Rückzahlung länger dauert, soll die angekündigte Unterstützung gemeinnütziger Organisationen bestehen bleiben.
Für Patrick Frewein ist die Situation damit vorerst ein Geduldsspiel. Die Spendenbereitschaft ist weiterhin groß, doch ohne Rückmeldung des ehemaligen Kassiers kann die geplante Hilfe nicht wie vorgesehen abgeschlossen werden.
Dabei war die ursprüngliche Idee, dem jungen Mann die finanzielle Belastung zu erleichtern und ihm nach seiner Verurteilung einen Neustart zu ermöglichen. Ob der 23-Jährige das Angebot noch annehmen wird, ist offen. Fest steht bislang nur: Das Geld ist gesammelt – angekommen ist es bei "RaBatman" aber noch nicht.