Er ließ Kunden günstiger einkaufen – und muss dafür nun selbst einen hohen Betrag zurückzahlen. Ein ehemaliger Kassier einer großen Supermarktkette wurde am Mittwoch in Linz wegen Untreue zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt. Der 23-Jährige hatte unrechtmäßig wahllos Preisnachlässe gewährt.
An der Kasse können Preise manuell gesenkt werden, wenn Waren beschädigt oder abgelaufen sind. Nach Angaben des Angeklagten begann sein Vorgehen nach einem Stromausfall, als viele Produkte rabattiert wurden.
Danach hätten Kunden immer wieder Nachlässe verlangt, teilweise lautstark. Er habe "Angst" gehabt, erklärte der geständige Mann. Er leide unter sozialen Ängsten: "man kann mich leichter unter Druck setzen als andere". Schließlich habe er nachgegeben – und "ich bin da nicht mehr herausgekommen".
Aufgeflogen ist das Vorgehen, weil die Rabattsumme des Teilzeitmitarbeiters deutlich höher lag als jene seiner Kollegen. Wie viel Schaden tatsächlich entstand, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Auch der Angeklagte hatte darüber keinen Überblick.
Die Revision schätzte den Betrag auf 25.700 Euro. Diese Summe muss der 23-Jährige nun im Rahmen einer Exekution in Raten zurückzahlen.
Selbst bereichert hat sich der ehemalige Kassier nicht. Davon gingen weder die Supermarktkette noch die Staatsanwaltschaft aus.
Für Richter Ralf Sigl handelt es sich deshalb um einen "Sonderfall". Für eine Diversion reichte das dennoch nicht: Dagegen sprachen aus Sicht des Richters der hohe Schaden und der Missbrauch des Vertrauens seines Arbeitgebers.
Es blieb bei fünf Monaten bedingter Haft. Wie "Der Standard" berichtet, ist das Urteil rechtskräftig.