Er drückte für andere den Preis – jetzt drücken Unterstützer für ihn auf "Spenden"! Der Fall eines 23-jährigen Billa-Kassiers aus OÖ sorgt für Aufsehen. Unter dem Namen "Free our RaBatman" läuft nun eine GoFundMe-Aktion.
Der Hintergrund: Der junge Mann hatte Kunden eigenmächtig Rabatte von bis zu 50 Prozent gewährt. Die ungewöhnlich hohen Preisnachlässe flogen bei einer internen Kontrolle auf. Der Schaden: rund 25.700 Euro. Am Mittwoch wurde der ehemalige Mitarbeiter am Linzer Landesgericht wegen Untreue zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt. Dazu muss er den Schaden zurückzahlen.
Vor Gericht schilderte der 23-Jährige soziale Ängste. Nach einem Stromausfall seien zunächst viele Waren verbilligt worden. Später hätten Kunden weitere Nachlässe verlangt, teilweise lautstark. Er habe nachgegeben und sei aus diesem Verhalten nicht mehr herausgekommen.
Genau hier setzt die Spendenaktion an: "Was diesen Fall besonders macht: Er hat sich selbst nicht bereichert. Keinen einzigen Euro", heißt es. Der Initiator möchte dem 23-Jährigen jetzt finanziell helfen und "ein Zeichen der Solidarität setzen". Er betont: "Das rechtfertigt seinen Fehler nicht – und das soll diese Kampagne auch nicht."
Das Ziel der Aktion: 25.700 Euro. Die Unterstützer legen dafür ein ordentliches Tempo vor: Über 15.000 Euro binnen 23 Stunden – die Spendenkassa füllt sich also schneller, als "RaBatman" wohl je erwartet hätte.
Die Hilfe soll dem jungen Mann ermöglichen, die Folgen zu bewältigen: "Diese Kampagne soll ihm nicht die Verantwortung für seine Entscheidung abnehmen. Sie soll ihm dabei helfen, diese Verantwortung tragen zu können, ohne dass ein Fehler seine gesamte Zukunft bestimmt", heißt es im Aufruf.
Damit das Geld beim Kassier ankommt, hat der Initiator nach eigenen Angaben bereits dessen Rechtsanwalt kontaktiert. Über ihn will er die weitere Vorgehensweise mit dem Betroffenen abstimmen. Die Spenden sollen diesem dann direkt übergeben werden.