Eigenmächtig Rabatte gewährt

"Wollte helfen" – 5.900 € Schaden durch Billa-Kassier

Ein Billa-Kassier aus Neunkirchen gewährte Kunden eigenmächtig Rabatte. Er verlor seinen Job und musste sich vor Gericht verantworten.
12.10.2026, 12:31
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Ein Herz für Kunden mit wenig Geld wurde einem jungen Billa-Mitarbeiter aus Neunkirchen (NÖ) zum Verhängnis. Der Kassier hatte über längere Zeit eigenmächtig Rabatte vergeben und damit seinem Arbeitgeber einen Schaden von rund 5.900 Euro verursacht. Der Fall landete schließlich vor Gericht.

Wie der "Kurier" berichtet, musste sich der ehemalige Mitarbeiter am 8. Oktober am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten. Zuvor war er vom Lebensmittelkonzern fristlos entlassen worden, nachdem bei internen Kontrollen ungewöhnlich hohe Preisnachlässe aufgefallen waren.

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"Ich wollte den Leuten helfen"

Der junge Mann, der zwei Jahre in der Billa-Filiale beschäftigt war, zeigte sich vor Gericht geständig. Er habe Kunden helfen wollen, die sich in einer schwierigen finanziellen Situation befanden. "Ich wollte den Leuten helfen, ihnen etwas entgegenkommen", erklärte der Angeklagte laut "Kurier".

Immer wieder hätten ihn Kunden an der Kasse um Preisnachlässe gebeten. Schließlich habe er nachgegeben und eigenmächtig Rabatte von 20 oder 30 Prozent gewährt – auch auf teurere Produkte wie Batterien oder Spirituosen.

"Sie haben mich gefragt, ob ich ihnen auf mehrere Artikel Rabatte geben könnte. Dem bin ich dann nachgekommen. Ich bin anscheinend zu nett", schilderte der ehemalige Kassier laut "Kurier".

Doppelt so viele Rabatte wie Kollegen

Aufgeflogen war die Sache durch interne Kontrollen. Während andere Mitarbeiter in einem bestimmten Zeitraum durchschnittlich Rabatte im Wert von rund 1.000 Euro gewährten, waren es bei dem Angeklagten etwa 2.000 Euro.

Der junge Mann beteuerte, dass er aus den Preisnachlässen keinen persönlichen Vorteil gezogen habe. "Ich habe mich nicht selbst bereichert und auch keine Freunde oder Bekannten ausgesucht", erklärte er laut "Kurier". Die begünstigten Kunden habe er nicht persönlich gekannt.

120 Stunden gemeinnützige Arbeit

Der Richter entschied sich schließlich gegen eine Verurteilung und bot dem geständigen Mann eine Diversion an. Dafür muss er den entstandenen Schaden von 5.900 Euro wiedergutmachen und 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der ehemalige Kassier nahm das Angebot an.

Ein ähnlicher Fall hatte sich zuvor in Linz ereignet. Dort wurde ein Billa-Kassier wegen eigenmächtig gewährter Rabatte mit einem Schaden von 25.700 Euro zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt.

red, 12.10.2026, 12:31
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