Der Fall eines 23-jährigen Billa-Kassiers aus Oberösterreich sorgt weiter für Schlagzeilen. Weil er Kunden unerlaubt Rabatte gewährte, wurde er wegen Untreue zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt. Zudem muss er seinem ehemaligen Arbeitgeber rund 25.700 Euro Schadenersatz zahlen.
Doch dann folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft: Eine Spendenaktion unter dem Motto "Free our RaBatman" sammelte mittlerweile 27.485 Euro für den jungen Mann. Jetzt meldet sich auch die Billa-Zentrale zu Wort.
In einer Stellungnahme zeigt sich der Konzern von der Unterstützung beeindruckt. "Die große öffentliche Unterstützung für den ehemaligen Mitarbeiter ist uns nicht entgangen", heißt es darin.
Die zahlreichen Reaktionen würden zeigen, dass viele Menschen den Fall auch menschlich betrachten. "Das lässt auch uns bei Billa natürlich nicht kalt."
Deshalb hat sich das Unternehmen zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Billa will den zugesprochenen Schadenersatzbetrag verdoppeln und insgesamt 51.400 Euro an gemeinnützige Organisationen im Bereich psychische Gesundheit und Inklusion spenden.
Gleichzeitig betont Billa, dass die unerlaubten Rabatte gegen die Unternehmensrichtlinien und geltendes Recht verstoßen hätten. Das rechtskräftige Urteil werde respektiert.
"Das strafrechtliche Verfahren selbst haben wir nicht kommentiert und werden das auch weiter nicht tun", stellt der Konzern klar.
Der 23-Jährige hatte vor Gericht erklärt, dass er unter sozialen Ängsten leide und sich von fordernden Kunden unter Druck gesetzt gefühlt habe. Persönlich bereichert haben soll er sich durch die Rabatte nicht.
Inzwischen hat der Initiator der Spendenaktion, Patrick Frewein aus Linz, Kontakt zum Anwalt des ehemaligen Kassiers aufgenommen. Damit soll geklärt werden, wie das gesammelte Geld den jungen Oberösterreicher erreichen kann.