Sie sind ein hochemotionales und heftig diskutiertes Thema: religiöse Symbole in Bildungseinrichtungen. Dass bei einer Überprüfung in Wels in 117 von 238 kontrollierten Klassenräumen die Kreuze fehlten, nahm der blaue Linzer Stadtrat Michael Raml zum Anlass, nachzuhaken.
Er bat Erziehungsberechtigte, auf die Ausstattung von Schulräumen zu achten. Bereits im Jänner 2025 hätten sich mehrere Personen wegen fehlender oder offenbar abgehängter Kreuze bei ihm gemeldet, so Raml.
Jetzt berichtet er von weiteren Kontaktaufnahmen von Eltern: Ein Kindergarten der Stadt Linz habe ihnen mitgeteilt, dass künftig kein Weihnachts- und Osterfest mehr gefeiert werden solle. Stattdessen gebe es ein Winter- und ein Frühlingsfest.
Darüber hinaus habe das Personal den Eltern mitgeteilt, dass der Nikolaus die Kinder zwar weiterhin besuchen werde, so Raml. Auf der Bischofsmütze und dem Bischofsstab sollen jedoch keine Kreuze zu sehen sein sollen.
"Ich bin fassungslos. Gerade für Kinder sind diese Feste ein wichtiger Beitrag zur Vermittlung unserer Kultur und Geschichte", sagt der Stadtrat.
Er fordert die für Kinderbetreuung zuständige Vizebürgermeisterin Karin Leitner (SPÖ) auf, den Sachverhalt umgehend zu klären. Sie solle dafür sorgen, dass traditionelle österreichische Feste auch in den städtischen Kindergärten weiterhin ihren Platz haben.
"Weihnachten bleibt Weihnachten, der Nikolaus kommt weiter uneingeschränkt, und das Kreuz bleibt im Klassenzimmer", ist der Politiker überzeugt. "Falsch verstandene Toleranz gegenüber Andersgläubigen und vermeintlich politische Korrektheit" dürften nicht dazu führen, dass Traditionen verdrängt werden.
Derartige Feste würden zum Verständnis der Kultur und des Brauchtums beitragen. Sie könnten damit auch für Kinder aus anderen Kulturkreisen integrativ wirken, so Raml.