Der Einkauf im Supermarkt dauert oft nur wenige Minuten. Trotzdem entstehen gerade an der Kasse regelmäßig Situationen, die für Frust sorgen – auf beiden Seiten. Während viele Kunden möglichst schnell bezahlen und nach Hause möchten, müssen Kassierer gleichzeitig Waren scannen, auf Preise achten, Fragen beantworten und den Ablauf im Blick behalten. Schon kleine Verzögerungen können dazu führen, dass die Warteschlange immer länger wird. Eine ehemalige Supermarkt-Mitarbeiterin hat deshalb auf "Techbook" geschildert, welche Verhaltensweisen sie manchmal "an den Rand des Wahnsinns" getrieben hatten.
Besonders häufig erlebt die Kassiererin nach eigenen Angaben, dass Kunden erst dann nach Geldbörse oder Smartphone suchen, wenn bereits alle Waren gescannt wurden. Während der gesamte Einkauf auf das Kassenband gelegt werde, bleibe oft genügend Zeit, das Zahlungsmittel bereitzulegen. Stattdessen beginne die Suche erst im entscheidenden Moment. Dadurch müsse nicht nur das Kassenpersonal warten. Auch alle Menschen in der Schlange dahinter würden aufgehalten. Aus Sicht der Mitarbeiterin ließen sich viele dieser Verzögerungen leicht vermeiden.
Ein weiteres Problem seien Kunden, die während des gesamten Bezahlvorgangs telefonieren. Das erschwere die Kommunikation erheblich. Rückfragen zu Alterskontrollen, Rabatten oder Belegen müssten teilweise mehrfach gestellt werden, weil die Aufmerksamkeit nicht bei der Kasse liege. Zudem empfinde sie es als unhöflich, wenn Kunden während des gesamten Kontakts ausschließlich mit ihrem Gesprächspartner beschäftigt seien. Ein kurzer Blickkontakt oder ein einfaches "Hallo" und "Danke" würden den Umgang deutlich angenehmer machen.
Auch das Bezahlen mit Bargeld sorgt immer wieder für Verzögerungen. Laut der Kassiererin beginnen manche Kunden erst dann, Kleingeld aus Geldbörsen oder Jackentaschen zusammenzusuchen, wenn der Endbetrag bereits genannt wurde. Das koste Zeit, besonders wenn anschließend doch noch Scheine hervorgeholt werden müssten. Dabei betont sie, dass niemand auf Bargeld verzichten müsse. Es gehe vielmehr darum, sich bereits während des Scanvorgangs auf das Bezahlen vorzubereiten.
Nach ihrer Erfahrung entstehen auch unnötige Wartezeiten, wenn Kunden ihre Einkäufe nur langsam auf das Förderband legen oder zwischen den einzelnen Produkten große Lücken lassen. Dadurch könne der Scanvorgang nicht flüssig erfolgen. Ebenso komme es vor, dass Kunden den sogenannten Warentrenner nicht hinter ihren Einkauf legen. Das erhöhe das Risiko, dass Waren versehentlich dem nächsten Einkauf zugerechnet werden. Solche Situationen müssten anschließend wieder korrigiert werden.
Neben den organisatorischen Problemen spricht die Kassiererin auch den Umgangston an. Freundliche Kunden blieben ihr besonders positiv in Erinnerung. Ein kurzer Gruß oder ein Dankeschön machten den oft stressigen Arbeitsalltag angenehmer. Sie weist außerdem darauf hin, dass Kassierer meist wenig Einfluss auf lange Warteschlangen, technische Probleme oder Preisänderungen hätten. Ärger über solche Situationen treffe deshalb häufig die falschen Personen.
Viele der beschriebenen Situationen wirken auf den ersten Blick harmlos. Im Laufe eines Arbeitstags summieren sie sich jedoch. Wenn an jeder Kasse immer wieder wenige Sekunden verloren gehen, kann sich das auf den gesamten Ablauf auswirken. Die Erfahrungen der Kassiererin zeigen deshalb vor allem eines: Wer sein Zahlungsmittel rechtzeitig bereitlegt, aufmerksam bleibt und dem Kassenpersonal mit Freundlichkeit begegnet, trägt dazu bei, dass der Einkauf für alle schneller und entspannter verläuft.