Die Stimmung im oberösterreichischen Gewerbe und Handwerk ist alles andere als gut: Die rund 58.000 Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage im dritten Quartal 2026 annähernd gleich wie im zweiten Vierteljahr. "Die Erwartungen bei Auftragseingängen und Umsätzen für das letzte Quartal sind wieder von mehr Pessimismus geprägt", so Spartenobmann Markus Redl.
Trotz allem sieht er aber einen echten Silberstreif am Konjunkturhimmel: Denn die Wirtschaftsforschungsinstitute sagen für kommendes Jahr ein reales Wachstum von bis zu 1,3 Prozent voraus.
Zusammen mit den 500 Millionen Euro, die die Regierung 2027 für die thermische Sanierungsoffensive in die Hand nimmt, sollte auch das Gewerbe und allen voran der Bausektor einen Wachstumsschub erleben, so Redl. Er pocht darauf, dass die Mittel aufgestockt werden, sollten sie so wie heuer rasch aufgebraucht sein.
Viele Krisen und Probleme – etwa der Iran-Krieg, der Ukraine-Konflikt, die US-Zollpolitik, abrupt steigende Energie- und Materialpreise – hätten auf die allgemeine Konsum- und Investitionslust gedrückt. "Kaum haben unsere Betriebe einen leichten Aufwind verspürt, ist der nächste Elefant in den Porzellanladen eingebrochen", klagt Redl.
Die Folge: 23 Prozent der Betriebe beurteilen die Geschäftslage im dritten Quartal mit "gut", 25 Prozent mit "schlecht", so die Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria. Im Vierteljahr davor waren es jeweils 26 Prozent. Nur 16 Prozent erwarten bei Auftrags und Umsatz im letzten Quartal Steigerungen, 22 Prozent rechnen mit Rückgängen.
Redl ist zufrieden, dass bereits einige entlastende Maßnahmen gesetzt worden seien. Er erwähnt die geplante Lohnnebenkostensenkung, die Reformpartnerschaft, die Neuausrichtung der Erneuerbaren-Förderung und Vereinfachungen bei Anlagengenehmigungen. Dennoch bleibe noch einiges zu tun – es brauche etwa schnellere Anlagengenehmigungen.