Neue Wendung im Fall des als "RaBatman" bekannt gewordenen Billa-Kassiers aus Linz! Während der 23-Jährige die für ihn gesammelten Spenden bislang nicht angenommen hat, stellt sein ehemaliger Arbeitgeber nun eines klar: Billa wird die angekündigten 51.400 Euro auf jeden Fall spenden.
Der Lebensmittelkonzern macht seine Zusage ausdrücklich nicht davon abhängig, ob und wann der ehemalige Mitarbeiter den entstandenen Schaden zurückzahlt. Das bestätigt Billa-Sprecher Julian Steiner.
Zur Erinnerung: Der 23-jährige ehemalige Kassier hatte Kunden unerlaubt großzügige Preisnachlässe gewährt. Dadurch entstand seinem Arbeitgeber ein Schaden von rund 25.700 Euro. Der junge Mann verlor seinen Job und wurde gerichtlich verurteilt.
Nach dem Bekanntwerden des Falls startete eine Welle der Solidarität. Tausende Menschen spendeten Geld, um dem Linzer bei der Wiedergutmachung des Schadens zu helfen.
Auch Billa reagierte auf die öffentliche Diskussion und kündigte an, die Schadenssumme zu verdoppeln. Rund 51.400 Euro sollen gemeinnützigen Organisationen zugutekommen, die sich mit psychischer Gesundheit und Inklusion beschäftigen.
Bisher stand jedoch eine Frage im Raum: Was passiert mit dieser Zusage, wenn "RaBatman" seine Schulden nicht zeitnah begleicht?
Jetzt gibt es dazu eine eindeutige Antwort. Gegenüber der "Krone" erklärte Billa-Sprecher Julian Steiner am Mittwoch (21. Oktober): "Wir machen die Spende nicht davon abhängig, ob und wann der Schaden wiedergutgemacht wird und das Geld bei uns einlangt." Der Sprecher versicherte außerdem: "Der von Billa zugesagte Betrag, der sich rein nach der Schadenshöhe richtet, wird jedenfalls gespendet."
Ein konkreter Termin für die Auszahlung an die Organisationen wird allerdings noch nicht genannt.
Denn bei der Spendenaktion für den 23-Jährigen gibt es derzeit eine ungewöhnliche Situation: Obwohl längst mehr als genug Geld zusammengekommen ist, wurde die Summe noch nicht vom Begünstigten angenommen.
Stand Donnerstagfrüh waren bereits 33.613 Euro gesammelt worden – deutlich mehr als die ursprünglich benötigten 25.700 Euro.
Organisator Patrick Frewein aus Waidhofen an der Ybbs hatte vor knapp zwei Wochen über den Anwalt des ehemaligen Kassiers versucht, Kontakt aufzunehmen. Der junge Mann sollte sich daraufhin bei ihm melden. Bis Mittwoch blieb die Rückmeldung jedoch aus, wie er der "Krone" schildert. Warum der 23-Jährige das Geld bisher nicht angenommen hat, ist nicht bekannt.
Für die rund 2.300 Unterstützer bleibt damit offen, wie es weitergeht. Laut Frewein bleibt das Geld auf der Spendenplattform, solange keine Auszahlung erfolgt.
Sollte "RaBatman" die Unterstützung nicht annehmen, würden die Beiträge nach einem Jahr an die Spender zurückgezahlt.
Für Billa ändert das allerdings nichts an der eigenen Entscheidung. Der Konzern trennt die angekündigte Spende ausdrücklich von der finanziellen Verpflichtung seines ehemaligen Mitarbeiters.
Während bei der Hilfsaktion für den Linzer also weiterhin Geduld gefragt ist, gibt es bei Billa keine Unklarheit mehr: Die 51.400 Euro für psychische Gesundheit und Inklusion sind unabhängig von der Rückzahlung zugesagt.