Wien steht schon bald wieder ganz im Zeichen von Pride: 30 Jahre Regenbogenparade machen 2026 zu einem Jubiläumsjahr. Zwischen 29. Mai und 14. Juni wird die Stadt zur Bühne für die LGBTIQ-Community – mit Konferenz, Festen, Sport und der großen Parade als Höhepunkt.
"Vienna Pride zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie viel Sichtbarkeit, Solidarität und Zusammenhalt in einer Gesellschaft bewegen können. Unsere Community war immer da, sie ist heute sichtbar wie nie zuvor und sie wird sich auch in Zukunft nicht zurückdrängen lassen", so Geschäftsführerin der Stonewall GmbH und Veranstalterin der Vienna Pride.
Auch die politischen Forderungen wurden deutlich angesprochen. Ann-Sophie Otte von der HOSI Wien sagt: "Gerade jetzt, wo queere Menschen weltweit wieder verstärkt Ziel von Hass und politischen Angriffen werden, braucht es mehr als Symbolpolitik: Wir brauchen wirksamen Schutz, konsequente Maßnahmen gegen Hate Crime und ein ausnahmsloses Verbot sogenannter Konversionstherapien, das trans, intergeschlechtliche und queere Menschen ausdrücklich einschließt."
Die Stadt Wien stellt sich ebenfalls hinter die Veranstaltung. Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) betont: "Sichtbarkeit ist nichts, was man einmal erreicht und dann abhakt. Sie muss immer wieder neu verteidigt werden."
Lob und klare Worte kommen auch von SPÖ-Politikerin Susanne Haase: "30 Jahre Regenbogenparade bedeuten für mich auch 30 Jahre Mut von Menschen, die sichtbar waren, obwohl sie dafür oft Ablehnung, Ausgrenzung oder sogar Gewalt erlebt haben."
Den Auftakt macht am 29. Mai die Vienna Pride Konferenz im Wiener Rathaus, bei der politische und gesellschaftliche Fragen rund um LGBTIQ-Rechte im Mittelpunkt stehen. Bereits am darauffolgenden Tag, dem 30. Mai, wird die Prater Hauptallee zum Treffpunkt der Community: Das Community Fest sowie der Pride Run Vienna verbinden Sport, Sichtbarkeit und Begegnung.
Neben den großen Fixpunkten bietet Vienna Pride auch 2026 ein dichtes Rahmenprogramm mit zahlreichen Veranstaltungen in der ganzen Stadt – von Pride Beach Day und Drag Beach über die Miss*ter Vienna Pride Wahl bis hin zu Kultur-, Kino-, Kunst- und Sportevents. Auch die offiziellen After Pride Nights am 13. Juni in Locations wie der Grellen Forelle, dem Flucc, dem Camera Club oder dem Volksgarten Pavillon gehören traditionell zum Finale der Feierlichkeiten.
Der Höhepunkt folgt am 13. Juni: Dann zieht die Regenbogenparade wieder über die Ringstraße – als Demonstration, Fest und deutliches Zeichen dafür, dass Wien auch nach 30 Jahren Pride weiterhin laut, bunt und politisch bleibt.
Ein organisatorischer Einschnitt prägt heuer ebenfalls das Jubiläum: Aufgrund budgetärer Kürzungen wird das Pride Village 2026 nicht mehr drei Tage, sondern nur noch einen Tag lang stattfinden. Um dennoch Raum für Begegnung zu schaffen, wird am 30. Mai im Prater ein Community Fest abgehalten – mit Vereinspräsentationen, Bühnenprogramm und dem Pride Run Vienna als zusätzlichem Publikumsmagneten.
Veranstalterin Katharina Kacerovsky-Strobl findet dazu deutliche Worte: "Natürlich sind diese Kürzungen schmerzhaft. Gerade in Zeiten, in denen Sichtbarkeit und sichere Räume besonders wichtig sind, braucht es starke Zeichen der Solidarität."