In Österreichs Schulen ist die Lage prekär – vor allem, was die mentale Unterstützung der Kinder und Jugendlichen anbelangt. Die Bundesregierung hat deshalb schon für das Doppelbudget 2025/26 zusätzliche 205 Planstellen in Schulpsychologie und Schulsozialarbeit versprochen.
Selbst diese Zahlen würden laut den Grünen aber "weit hinter dem tatsächlichen Bedarf" zurückbleiben, kritisierte Klubobfrau Sigrid Maurer in einer parlamentarischen Anfrage zu diesem Thema. Die Beantwortung von Bildungsminister Wiederkehr hat nun sogar gezeigt, dass bislang keine der angekündigten 65 neuen Stellen für Schulsozialarbeit an Bundesschulen besetzt wurde.
"Zwischen den Ankündigungen des Ministers und der Realität an den Schulen liegen Welten. Während Bildungsminister Wiederkehr von einer großen Offensive spricht, kommt bei den Schüler:innen nichts davon an", sagt Bildungssprecherin Maurer. Brisant sei auch, dass das Ministerium zwei Tage vor Ablauf der Anfragefrist neue Stellen ausgeschrieben habe.
Selbst bei vollständiger Besetzung würde die Maßnahme bei rund 500.000 Bundesschülern rechnerisch nur elf Minuten zusätzliche Unterstützung pro Kind und Schuljahr ergeben. "Mentale Gesundheit darf kein Luxusgut sein."
Das gelte besonders für die Situation außerhalb von Wien, das trotz deutlich mehr Schülern nur die Hälfte zugewiesen bekommt. "Faire Bildungschancen dürfen nicht vom Wohnort abhängen. Im ländlichen Raum müssten Jugendliche ja wochenlang auf Unterstützung warten, wenn Fachkräfte rein rechnerisch bis zu 20 Standorte gleichzeitig betreuen würden", so Maurer.
Bildungsminister Wiederkehr versichert in der Anfragebeantwortung unterdessen, "kontinuierlich an einer umfassenden und gezielten Gesamtaufstockung des Unterstützungspersonals an Österreichs Schulen" zu arbeiten. Hier verweist er auch auf das Chancenbonus-Programm, "mit dem Schulen in sozial besonders belasteten Lagen zusätzliche Ressourcen für multiprofessionelle Teams, etwa in den Bereichen Schulpsychologie, Sozialpädagogik, Förderung bei Lernschwierigkeiten und weiteren Unterstützungsangeboten, erhalten".
Vor diesem Hintergrund werde das Unterstützungssystem an Schulen sowohl quantitativ als auch qualitativ deutlich gestärkt. Die schulpsychologischen Dienste werden in allen Bundesländern substanziell ausgebaut, um auf wachsende Herausforderungen im Bereich des schulischen Wohlbefindens, der Prävention und der Krisenintervention reagieren zu können, verspricht der Minister.