Aufregung am Landesgericht

Justiz-Leak! Ermittlungsinfos landeten im Drogenmilieu

Mehrere interne Lecks erschüttern das Landesgericht Wels: Vertrauliche Ermittlungsinfos gelangten nach außen.
Newsdesk Heute
17.01.2026, 14:49
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Im Landesgericht Wels (OÖ) sind innerhalb kurzer Zeit mehrere interne Informationslecks aufgeflogen. Ein Rechtspraktikant sowie zwei junge Verwaltungsassistentinnen sollen vertrauliche Ermittlungsdetails aus Akten an Außenstehende weitergegeben haben. Darüber berichtet die "Krone" am Samstag.

Am Donnerstag wurde ein Rechtspraktikant wegen Missbrauchs der Amtsgewalt, Verletzung der Geheimhaltungspflicht und Begünstigung verurteilt. Laut dem Landesgericht Wels erhielt der Mann für Taten zwischen März und April 2025 sechs Monate bedingte Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Tipps landeten im Drogenmilieu

Der ehemalige Jus-Student soll einen Freund aus dem Drogenmilieu über Ermittlungen informiert haben. Dieser gehört laut Gericht zum Umfeld der "Bandidos" und gab die Hinweise an eine Frau weiter, die ebenfalls der Gruppe zugerechnet wird. Der Freund wurde wegen Begünstigung zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt – auch dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zwei Lehrlinge ebenfalls enttarnt

Bereits im Sommer flogen im selben Haus zwei angehende Verwaltungsassistentinnen (18 und 25) auf. Die Frauen sollen ohne dienstlichen Anlass Einsicht in digitale Strafakten genommen und Informationen weitergegeben haben. Betroffen waren Ermittlungen zu einem blutigen Bandenkrieg am Welser Bahnhof.

Am 3. Juni 2025 kam es dort zu einem Revierkampf zwischen zwei tschetschenischen Gruppen, bei dem auch eine Machete eingesetzt wurde. Im Zentrum soll der Streit um den Kokainhandel gestanden haben.

Nach dem Auffliegen der beiden mutmaßlichen "Maulwürfe" sollen sie fristlos entlassen worden sein. Ein Strafverfahren läuft. Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels, Kerstin Kutsam, bestätigt: "In Abstimmung mit der Oberstaatsanwaltschaft Linz wurde das Verfahren nach Steyr abgetreten. Das ist in solchen Fällen üblich."

Der zuständige Staatsanwalt Andreas Pechatschek erklärt: "Das polizeiliche Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Ich vermute, dass die Einblicke durch das Zugriffsprotokoll des digitalen Akts aufgeflogen sind. Da gibt es regelmäßig von ganz oben Stichproben."

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