Schon wieder eine Pleite: Über die "NG Korrosionsschutz GmbH" mit Sitz in Wels wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das berichtet der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Freitag. Die Firma wurde im Jahr 2000 gegründet und ist als Großhändler für Schmiermittel (z.B. Motoröl, Getriebeöl, etc.) tätig.
Die Zahlen sind deutlich: Laut AKV kann das Unternehmen ein Vermögen von rund 75.500 Euro vorweisen, dem gegenüber stehen Schulden im Millionenbereich: konkret rund 2,35 Millionen Euro. Vor allem der Grund für die Insolvenz ist kurios. Der eigentliche Auslöser der Pleite liegt nicht in Wels, sondern in Ried im Innkreis.
Dort betreibt die Firma eine Betriebsstätte – und genau dieses Objekt wurde zum riesigen Problem. 2016 kam es dort zu einem Eigentümerwechsel. Die Liegenschaft wurde auf Basis eines Gutachtens von 2015 übernommen – darin wurde der Wert des Grundstücks wegen starker Boden-Verunreinigung massiv nach unten gesetzt.
Laut Gutachten sollen dort rund 12.350 Tonnen belastetes Erdreich liegen, darunter etwa 1.000 Tonnen gefährlicher Abfall. Die nötige Sanierung wurde mit rund 2,16 Millionen Euro veranschlagt – gemacht wurde sie laut AKV bis heute nicht.
Für den Betrieb hatte das harte Folgen: erhebliche bauliche und technische Mängel, eine ordnungsgemäße Produktion sei so nicht möglich gewesen. Dazu kamen jahrelange Rechtsstreitigkeiten mit der Eigentümerin. Auch interne Sanierungsversuche seien gescheitert.
Die Firma sagt zwar, Geld für die Fortführung sei vorhanden und eine Kaution könne kurzfristig gestellt werden. Ob das Verfahren aufgeht, hängt laut AKV aber entscheidend davon ab, ob es für die belastete Betriebsstätte in Ried endlich eine tragfähige Lösung gibt.