Ein Schuss – und der beste Freund ist tot: Border Collie "Cooper" wurde in Pettenbach (Bez. Kirchdorf) bei einem Winterspaziergang von einem Jäger erschossen. Sein Besitzer Fabian P. (30) kann bis heute nicht glauben, was kurz nach Weihnachten passierte. "Heute" berichtete ausführlich über den Fall. Jetzt landet die Causa auch in der Politik.
Die Grünen reagieren mit einer schriftlichen Anfrage an die zuständige VP-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Auslöser ist der Vorwurf, ein Jäger habe den Hund am helllichten Tag erschossen, obwohl er "offenbar Hundepullover und neonfarbenes Hundegeschirr" trug. Laut Gesetz sei ein Abschuss nur dann gestattet, wenn der Hund nachweislich wildert und ohne Besitzer unterwegs ist.
"Dieser Fall macht gerade Hundebesitzer:innen fassungslos und verunsichert sie enorm", so Tierschutzsprecher Rudi Hemetsberger. "Von Wildern keine Spur und Füchse mit Pullover und in Neonfarben gibt es auch nicht wirklich oft." Zur Erklärung: Laut dem Hundebesitzer habe der betagte Jäger erst behauptet, er habe den Border Collie mit einem Fuchs verwechselt.
Das Vorgehen des Schützen müsse jetzt nicht nur die Behörden befassen – der Jäger wurde bereits angezeigt –, sondern auch die zuständige Politik: "Es sind Fragen zu klären und Schritte zu setzen, dass so etwas einfach nicht mehr vorkommt", betont Hemetsberger.
Mit der schriftlichen Anfrage wollen die Grünen unter anderem klären, welche Konsequenzen dem Jäger drohen. Auch die Kontrollen stehen im Fokus: Die Partei fragt, ob und wie Jagdkarten-Inhaber regelmäßig oder anlassbezogen auf "jagdliche Verlässlichkeit sowie die körperliche und geistige Eignung" überprüft werden. Zusätzlich wollen sie wissen, wie viele Haustiere im Zuge der Jagd in den vergangenen zehn Jahren getötet wurden.
Die Grüne Sicherheitssprecherin Anne-Sophie Bauer nutzt den Fall für einen erneuten Vorstoß Richtung strengeres Waffenrecht: "Wenn ein Jäger einen klar erkennbaren Hund für einen Fuchs hält, stellt sich wieder einmal die Befähigungs- und Kontrollfrage." Sie kritisiert, dass die Verantwortung einer Waffe teilweise "locker gehandhabt" wird. Erst im vergangenen Jahr zeigte Bauer im Selbstversuch, wie leicht man in OÖ an ein Gewehr kommt.
Zu Mittag meldete sich Langer-Weninger dann auch direkt mit einem Statement zu Wort. Sie betont, der Vorfall löse "zu Recht großes Unverständnis" aus: "Es kann und darf nicht passieren, dass willkürlich auf freilaufende Hunde geschossen wird." Die Umstände seien daher "sorgfältigst aufzuklären und entsprechend zu ahnden".
Gleichzeitig dürfe die Jagd aber nicht pauschal infrage gestellt werden. Mit der "umfassenden Modernisierung des Oö. Jagdgesetzes 2024 wurden klare rechtliche Grenzen gezogen und auf gezielte Schulungen für verantwortungsvolles, weidgerechtes Handeln gesetzt". Gesetze könnten zwar Rahmen setzen und Verstöße sanktioniert werden – "doch sie ersetzen weder Gewissen noch Verantwortungsbewusstsein".