Kabarett-Superstar Andreas Vitásek schenkt sich und seinen Fans heuer ein besonderes Programm, mit dem er sowohl seinen 70. Geburtstag, als auch sein 45. Bühnenjubiläum begeht. In "Wie es mir gefällt" gönnt er sich die Freiheit, jeden Abend ein bisschen anders zu gestalten. Am 6. Oktober feiert er Wien-Premiere in der Kulisse, wo seine Karriere einst begonnen hat. Beim Kultursommer Güssing, wo er Intendant ist, hat er es schon gespielt.
Die Mischung aus Best-Of und frischen Gags "ist eine Befreiung vom Korsett, alle drei Jahre ein neues Programm schreiben zu müssen", sagt er im "Heute"-Gespräch. "Mir nimmt es den Druck und ich nehme dafür gerne auch mein Alter als Entschuldigung her."
"Ich habe so viel im Köcher, dass ich variieren kann. Auch um mich selbst wach zu halten, damit ich nicht dauernd dasselbe spiele", lacht er. Dabei geht er auch bewusst aus seiner Komfortzone raus. "Es kommt ein Raimund-Lied vor, das ich schon mal im Volkstheater 'gesungen' habe. Da waren sich alle Kritiker einig – der Vitásek kann nicht singen. Und zu Fleiß singe ich jetzt das Lied."
Dass der Bühnenstar am 1. Mai 70 geworden ist, sieht man ihm nicht an. "Ich habe immer schon jünger ausgeschaut. Ich habe als Jugendlicher schon Probleme gehabt, ins Kino reinzukommen." Körperlich spürt er allerdings schon eine Veränderung. "Kein Mensch in meinem Alter ist gesund, höchstens schlecht untersucht", feixt er. "Ich habe früher sehr viel Sport betrieben, Fußball und sehr leidenschaftlich Tennis gespielt, das war Gift für die Gelenke."
Mit dem Rauchen hat er dafür schon länger aufgehört. "Aber ohne ein Glas Wein oder Bier hätte ich ein Problem, wenn der Arzt das haben wollte, da würde echt Lebensqualität verlorengehen." Einmal im Jahr gönnt sich Vitásek ein mehrwöchiges Detox, "meine Blaupause. Da bin ich in den ersten Tagen unerträglich. Meine Frau sagt dann, bitte, trink doch wieder!"
Vitásek ist inzwischen auch Opa. In einem Podcast gab er kürzlich ungewohnte Einblicke in sein Familienleben. "Ich war unvorsichtig. Ich habe erzählt, dass ich gerade keinen Kontakt mehr mit meinem Sohn habe. Was aber insofern gut war, weil ich ihn danach sofort angerufen habe. Und jetzt haben wir wieder Kontakt."
Mit 70 Jahren ist der Kabarettist gerade genau da, wo er sein will. Er muss nicht mehr allen gefallen, schafft es aber trotzdem mühelos. "Ich habe wahnsinnig Lust, wieder Theater zu spielen". Und tatsächlich gibt es konkrete Pläne für 2028: "Wir wollen im Rabenhof 'Warten auf Godot' auf die Bühne bringen."