Ein Team rund um Antonio Osuna-Mascaró vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Uni Wien hat sich ein spannendes Experiment überlegt: Ein weißer Kakadu sitzt vor einem Touchscreen und tippt mit dem Schnabel auf einen runden Knopf. Plötzlich beginnt der Bildschirm rot zu flackern. Der Vogel kreischt und stellt die Kopffedern auf.
Doch nach kurzer Zeit beruhigt sich der Kakadu wieder und tippt auf einen "Weiter-Pfeil". Er hat nämlich erkannt, dass der runde Knopf auf dieser Bildschirmseite nicht mehr funktioniert und quasi kaputt ist.
Die Forscher wollten wissen, ob Goffin-Kakadus verstehen, dass etwas endgültig seine Funktion verlieren kann. Das gilt als erster Schritt, um ein Todesverständnis zu entwickeln, so das Forschungsteam.
Insgesamt haben sie fünfzehn dieser Papageienvögel darauf trainiert, am Touchscreen einen runden Knopf zu berühren. Als Belohnung gab es Cashew-Nussstücke – außer wenn nach dem Drücken der Bildschirm flackerte. Dann spuckte die Maschine nur eine Nuss aus, wenn ein anderes Hintergrundmuster zu sehen war.
Die Goffin-Kakadus haben schnell kapiert, dass das Flackern bedeutet, dass der runde Knopf bei einem bestimmten Muster nicht mehr funktioniert und keine Belohnung mehr kommt, wenn sie ihn drücken. Osuna-Mascaró erklärt: "Sie hörten daraufhin auf, den Knopf bei jenem Hintergrund zu drücken und wählten stattdessen meist den weiter-Pfeil."
Auch Golf spielen können die Vetmed-Kakadus schon:
Die Vögel haben unterschiedlich auf das kaputte Ding reagiert. Ähnlich wie wir Menschen haben sie sich oft aufgeregt, wenn der Knopf plötzlich nicht mehr ging. Sie kreischten oder sträubten die Kopffedern, berichten die Fachleute in der Studie. Besonders spannend: Die beiden jüngsten Tiere verhielten sich ganz unterschiedlich. Rose (weiblich) gab Bettellaute von sich, mit denen sie sonst Futter oder Aufmerksamkeit bekommt, während Renki (männlich) sehr aggressiv reagierte.