"Ständig Scheiße aufwischen"

"Kalt, rücksichtslos!" Horner tritt gegen Marko nach

Christian Horner packt in seiner Biografie über Red Bull aus. Besonders Helmut Marko und Jos Verstappen bekommen ihr Fett ab.
Sport Heute
06.10.2026, 14:26
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Jahrelang feierten sie gemeinsam die größten Erfolge der Formel 1, jetzt rechnet Christian Horner mit seinen früheren Weggefährten bei Red Bull ab. In seiner Autobiografie "Drive", die am 22. Oktober erscheint, erhebt der ehemalige Teamchef schwere Vorwürfe gegen Österreichs Motorsport-Legende Helmut Marko.

Wie vorab bekannt wurde, zeichnet Horner ein äußerst negatives Bild des langjährigen Red-Bull-Motorsportkonsulenten. Er beschreibt Marko als "schroff, unberechenbar, kalt, unzuverlässig, rücksichtslos und im Kern illoyal".

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"Ständig die Scheiße aufwischen!"

Doch damit nicht genug. Horner wirft dem Steirer auch mangelnde Empathie und die Weitergabe interner Informationen vor. Markos "polarisierende Bevorzugung einzelner Fahrer habe dem Team geschadet", wird Horner in einem "Times"-Interview zitiert. "So wäre ich mit den Dingen nicht umgegangen. Ich hatte das Gefühl, dass ich ständig die Scheiße aufwischen musste."

Auch Jos Verstappen, Vater von Vierfach-Weltmeister Max Verstappen, bleibt von Horners Rundumschlag nicht verschont. Er wird als ungeduldiger Unruhestifter beschrieben.

Brisant: Horner behauptet sogar, Marko selbst habe einst über Verstappen senior gesagt: "Der Vater ist ein Albtraum. Den brauchen wir nicht."

Eine Aussage mit besonderer Sprengkraft. Schließlich galten Marko und die Familie Verstappen während des Machtkampfs bei Red Bull als enge Verbündete.

Bei Sky-Experte Ralf Schumacher kommen Horners Aussagen überhaupt nicht gut an. Der frühere Formel-1-Pilot widerspricht vor allem der Darstellung des Verhältnisses zwischen Marko und Verstappen.

Schumacher erinnert daran, dass Marko Max Verstappen bereits in sehr jungen Jahren auf dem Radar gehabt habe. Jos Verstappen habe damals allerdings gebremst, weil ihm ein Einstieg zu früh gewesen sei. Später seien beide Seiten wieder aufeinander zugegangen.

Seitdem seien Marko und die Verstappens eine Einheit gewesen, betont Schumacher. Auch während der internen Auseinandersetzungen bei Red Bull sei klar gewesen, auf welcher Seite die Familie Verstappen gestanden habe.

Dass Horner nun derart hart gegen frühere Weggefährten austeilt, kann Schumacher nicht nachvollziehen. "Man kartet nicht so nach", kritisiert der Deutsche.

Er erinnert daran, welche Karriere Red Bull Horner ermöglicht habe und welche Rolle Firmengründer Dietrich Mateschitz dabei spielte. "Was Red Bull für ihn getan hat, welche Chance er damals bekommen hat, was Didi Mateschitz aus ihm gemacht hat, das darf man nicht vergessen. Und das tritt er mit Füßen, finde ich."

Horner wiederum schildert auch seine eigene Trennung von Red Bull als Enttäuschung. Marko habe nur wenige Tage zuvor noch bei ihm zu Hause übernachtet und Zeit mit seiner Familie verbracht. Trotzdem sei kein Wort über das bevorstehende Aus gefallen.

Ganz abschreiben will Horner seinen früheren Förderer dennoch nicht. Er räumt ein, dass es ursprünglich Marko gewesen sei, der sein Potenzial erkannt und ihn Dietrich Mateschitz vorgestellt habe.

Gegen Ende habe Marko aus Horners Sicht allerdings keine wirkliche Funktion mehr gehabt. Er glaubt zudem, dass ihn der Österreicher weiterhin als seinen Schützling betrachtet habe. Horner selbst sah das offenbar längst anders.

red,Akt. 06.10.2026, 14:28, 06.10.2026, 14:26