Minus 50 Grad möglich

"Kaltluftseen" – das steckt hinter den Kälterekorden

Schuld an den arktischen Temperaturen im Mühl- und Waldviertel sind sogenannte "Kaltluftseen" - ein Wetterphänomen mit Frostgarantie.
Bernd Watzka
13.01.2026, 06:45
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So kalt war’s schon lange nicht mehr: In der Nacht auf Montag wurde im oberösterreichischen Liebenau-Gugu mit minus 29 Grad der bisherige Tiefstwert dieses Winters gemessen. Auch in Schwarzau am Freiwald (-28,4 Grad) und Buchers bei Karlstift (-26,3 Grad) war es eisig wie am Nordpol.

Extremwetter-Ereignis im Hügelland

Doch was steckt dahinter? Laut Meteorologe Marco Kopecky von der Geosphere Austria sind sogenannte "Kaltluftseen" verantwortlich. Die entstehen in klaren, windstillen Nächten mit frischem Schnee - vorwiegend in hügeligem Gelände wie dem Mühl- und Waldviertel, so der Experte in der "Zeit im Bild".

In hügeligen Gebieten könne "die Luft optimal auskühlen und fließt dann in die Talsenken", erklärt Kopecky. Dort sammelt sich die Kaltluft und bildet eine Art unsichtbaren "Kälte-See". Der Neuschnee verstärkt den Effekt zusätzlich, da er Wärme direkt in die Atmosphäre abstrahlt.

Kurzlebiges Phänomen

Interessant: Kaltluftseen entstehen häufiger im Mittelgebirge als in den Alpen. "Hohe Berge behindern den Wärmeverlust, hügelige Landschaften geben ihn frei", so Kopecky. Doch das Phänomen ist kurzlebig: Sobald Wolken aufziehen oder die Sonne aufgeht, löst sich der "Kaltluftsee" wieder auf. Meist ist gegen 3 Uhr morgens der Tiefpunkt erreicht.

Früher war's noch kälter

Spannend ist auch: Die jetzt gemessenen Rekorde sind nur bedingt mit früheren vergleichbar. Denn die Messstationen in Liebenau-Gugu und Schwarzau stehen erst seit zwei Jahren. Dass es dort früher ähnlich kalt war, gilt als wahrscheinlich - bloß gemessen wurde es nicht.

Frost bis minus 50 Grad

Theoretisch ging noch mehr - oder genauer gesagt, weniger: "Wenn wir jetzt noch kontinentale Luftmassen aus Sibirien bekommen würden, dann wäre das Potenzial für deutlich tiefere Temperaturen in Richtung minus 40 oder minus 50 Grad da", so der Meteorologe im ORF.

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