Nach tödlicher Schießerei

Kanada plant nun Social-Media-Verbot für Jugendliche

Kanada will Minderjährige unter 16 Jahren vom Zugang zu sozialen Medien ausschließen. Firmen können das Verbot unter speziellen Bedingungen umgehen.
Newsdesk Heute
11.06.2026, 11:24
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In Kanada wurde ein neues Gesetz vorgeschlagen, das Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung von sozialen Medien untersagen soll. Das Gesetz orientiert sich an ähnlichen Regelungen, wie sie etwa bereits in Australien bestehen.

Im Gegensatz zur australischen Regelung sieht der Entwurf in Kanada jedoch vor, dass Technologieunternehmen das Verbot umgehen können, wenn sie nachweisen, dass sie effektive Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen implementiert haben.

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Das sogenannte Safe Social Media Act umfasst neben dem Social-Media-Verbot auch Vorschriften zur Regulierung von KI-Chatbots und zur Eindämmung schädlicher Online-Inhalte. Das Gesetz sieht die Einrichtung einer Aufsichtsbehörde vor, die die Einhaltung durch die Unternehmen überwachen soll.

Strenge Strafen für Verstöße

Bei Verstößen gegen die geplanten Bestimmungen drohen den Unternehmen empfindliche Strafen: Bis zu zehn Millionen Dollar oder drei Prozent des weltweiten Umsatzes können fällig werden. Die Mitglieder der neuen Aufsichtsbehörde sollen von der Regierung ernannt werden.

Hintergrund für die geplanten Maßnahmen sind wachsende Sorgen um die Sicherheit von Kindern im Internet, die durch tragische Vorfälle wie eine tödliche Schießerei in British Columbia im Februar diesen Jahres verstärkt wurden. Dabei kam heraus, dass der mutmaßliche Täter zuvor mit KI-Chatbots über Gewalt gesprochen hatte.

Eine tödliche Schießerei in British Columbia verstärkt die Sorge um Gefahren im Internet für Jugendliche.
REUTERS

Internationale Vorbilder und Kritik

Bereits andere Länder wie Großbritannien, Frankreich, Neuseeland und Australien haben ähnliche Gesetze eingeführt. In Australien zeigt sich jedoch, dass viele Kinder trotz des Verbots weiterhin Zugang zu sozialen Medien haben, wie eine Umfrage unter Eltern ergab.

Kritik an der kanadischen Initiative kommt von Meinungsfreiheitsgruppen, die befürchten, dass das Gesetz zu übermäßiger Zensur führen könnte. Befürworter hingegen hoffen, dass strengere Regeln nicht nur Minderjährige, sondern alle Nutzer besser schützen.

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