Oft heißt es, Katzen sind eigenständig, machen ihr eigenes Ding und brauchen vor allem ihre Ruhe. Viele glauben deshalb, dass die Samtpfoten tagelang alleine klarkommen. Aber die Forschung ist da längst weiter. Studien zeigen: Katzen brauchen viel mehr Zuwendung, als man oft vermuten würde.
In Schweden nimmt man es mit dem Tierschutz besonders genau – das gilt auch für Katzen. Nach den neuen Vorgaben der schwedischen Landwirtschaftsbehörde müssen Katzen regelmäßig Kontakt zu Menschen bekommen. Tagelang allein lassen? Das ist dort verboten und kann sogar Strafen nach sich ziehen, berichtet "20 Minuten".
Konkret heißt das: Halter müssen mindestens zwei Mal täglich nach ihrer Katze schauen. Die Katze darf also nie länger als 24 Stunden alleine bleiben. Die Vorschrift stützt sich auf das schwedische Tierschutzgesetz und soll verhindern, dass Katzen vereinsamen. Denn auch wenn sie oft als Einzelgänger abgestempelt werden, brauchen sie Beschäftigung, Nähe und Abwechslung.
Vor allem das Spielen ist wichtig, weil es den Jagdtrieb anspricht – dieser Instinkt ist auch bei Wohnungskatzen stark ausgeprägt.
Für eine artgerechte Haltung von Hauskatzen wird empfehlen:
■ tägliche Spielzeiten
■ Klettermöglichkeiten oder Kratzbäume
■ Fensterplätze zum Beobachten
■ abwechslungsreiches Spielzeug
Wichtig ist laut den Behörden auch: Kätzchen sollen nicht alleine gehalten werden, sondern möglichst mit anderen Katzen aufwachsen. Nur so lernen sie den Umgang mit Artgenossen und entwickeln sich gesund.
Der Mythos vom einsamen Streuner hält sich hartnäckig. Tatsächlich können Katzen sehr wohl enge Bindungen aufbauen – zu Menschen und zu anderen Katzen. Forscher haben in Katzengruppen sogar richtige soziale Strukturen beobachtet.
Katzen erkennen einander, schließen Freundschaften und teilen Schlafplätze oder Reviere. Besonders Tiere, die gemeinsam aufwachsen, bleiben oft ein Leben lang eng verbunden.
Auch wenn Katzen unabhängiger wirken als Hunde: Ganz allein sollten sie nicht zu lange sein. Tierschützer empfehlen, eine Katze maximal 24 Stunden allein zu lassen – und selbst das nur im Ausnahmefall.
Wohnungskatzen sind besonders auf ihre Menschen angewiesen. Längere Einsamkeit kann bei ihnen Stress und Verhaltensprobleme auslösen. Wer also länger weg ist, sollte jemanden organisieren, der die Katze füttert und sich kurz mit ihr beschäftigt.