"Linz ist kein Aschenbecher", betont Lorenz Potocnik, Vorsitzender der streitbaren Fraktion. Seine Kritik: Man sehe in der Stadt überall Zigarettenstummel – "auf Gehsteigen, in Grünflächen und zu Hunderten in unseren Baumtrögen".
Der Magistrat solle es Rauchern aber so einfach wie möglich machen, sich von ihren Glimmstängel ordnungsgemäß zu trennen. Potocnik, selbst Stadtentwickler, pocht auf viel mehr Entsorgungsmöglichkeiten an den Mistkübeln im öffentlichen Raum.
Worauf er aufmerksam macht: Viele der orangefarbenen Mülleimer besitzen gar keinen richtigen Aschenbecher. Stattdessen gibt es lediglich eine Metallfläche, auf der Zigaretten ausgedrückt werden sollen.
Doch wohin danach mit den Stummeln? Laut Potocnik zeige die Praxis: Rund um die Kübel liegen Tschick am Boden, sie werden in Ritzen gesteckt oder landen in der angrenzenden Grünfläche. "Das Absurde ist: Viele drücken ihre Zigarette sogar brav am Mistkübel aus, werfen den Stummel dann aber daneben." Offenbar wolle man Brände vermeiden.
Dass es besser gehe, würden andere Städte zeigen: In Wien sind Mistkübel mit eigenen Aschenbechern ausgestattet. In Budapest wurden Modelle sogar nachgerüstet, die praktisch baugleich mit den orangefarbenen Linzer Modellen seien. "Wir müssen das Rad also nicht neu erfinden", betont der Politiker.
Er kündigt einen Antrag im Gemeinderat an. Die zuständige Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) solle an stark frequentierten Orten und bei den Baumtrögen der Innenstadt zusätzliche Aschenbecher aufstellen. Was Linzplus außerdem vorschwebt: die schrittweise Nachrüstung bestehender Mistkübel oder das Ersetzen durch geeignete Modelle.