Die anhaltende Hitzewelle bringt die Wasserversorgung in Wien an ihre Grenzen. Weil derzeit deutlich mehr Trinkwasser verbraucht wird als üblich, setzt die Stadt Wien vorsorglich Maßnahmen, um die Versorgung auch in den kommenden Tagen problemlos sicherzustellen.
Seit Mitte Juni liegen die Temperaturen vielerorts deutlich über 30 Grad. Der tägliche Wasserverbrauch beträgt aktuell bis zu 580.000 Kubikmeter – das sind rund 45 Prozent mehr als an einem durchschnittlichen Tag, wir berichteten. Obwohl die Wasserbehälter derzeit gut gefüllt sind, reagiert die Stadt nun vorsorglich.
Die städtischen Dienststellen reduzieren ihren Wasserverbrauch dort, wo es ohne größere Einschränkungen möglich ist. So wird die Straßenreinigung vorübergehend ohne Wasser durchgeführt. Auch die Bewässerung von Grünflächen wird eingeschränkt. Keine Einschränkungen gibt es hingegen bei Trinkbrunnen, städtischen Bädern, Wasserspielplätzen und anderen Abkühlungsangeboten. Diese bleiben weiterhin in Betrieb.
Die Stadt ruft auch die Bevölkerung sowie Betriebe und Institutionen zum Wassersparen auf. Empfohlen wird unter anderem, Pools vorerst nicht zu befüllen, auf die Autowäsche zu verzichten und Haushaltsgeräte möglichst effizient zu nutzen.
Langfristig will Wien die Versorgung mit der Strategie "Wiener Wasser 2050" weiter absichern. Geplant sind unter anderem ein neues Wasserwerk auf der Donauinsel, der Ausbau von Wasserbehältern – darunter die Erweiterung des Behälters Neusiedl/Steinfeld zum größten geschlossenen Trinkwasserbehälter – sowie die Erneuerung und Erweiterung des Rohrnetzes. Noch fließt in Wien ausreichend Trinkwasser aus der Leitung. Wegen der extremen Wetterlage setzt die Stadt aber bereits jetzt auf Vorsorge - und hofft auf die Mithilfe der Wiener.