Wiener musste China-Masken umpacken und bekam kein Geld

Sechs Tage in der Woche Schichtbetrieb, keine Heizung, kein Gehalt – unter diesen Umständen musste eine Wiener die Schummel-Masken umpacken.
Sechs Tage in der Woche Schichtbetrieb, keine Heizung, kein Gehalt – unter diesen Umständen musste eine Wiener die Schummel-Masken umpacken.Leserreporter
Der Skandal um die Schummel-Masken der Hygiene Austria weitet sich aus. Ein Mitarbeiter erzählt nun, er habe seit Dezember kein Gehalt bekommen. 

Die Hausdurchsuchungen bei Hygiene Austria sorgten vor wenigen Tagen für großen Wirbel – "Heute" berichtete. Die Anschuldigungen haben es in sich: Das Unternehmen soll chinesische FFP2-Masken umetikettiert haben. Auch der Vorwurf der Schwarzarbeit steht mittlerweile im Raum. 

"Heute" sprach mit einem Wiener, der als Angestellter der Leiharbeitsfirma OBA Group zur Verpackung der Schummel-Masken bei Hygiene Austria abgestellt war. Er selbst ist bei der Firma seit Dezember beschäftigt und erzählt über widrigste Arbeitsbedingungen: "Wir schufteten dort nachts im Schichtbetrieb, wo teilweise sogar die Heizung, trotz Minusgraden, nicht funktionierte." Zudem sollen er und viele seiner Kollegen sechs Tage die Woche gearbeitet haben. "Das Gehalt ist ohnehin schon mickrig genug gewesen, aber bis heute habe ich nicht einmal das überwiesen bekommen", berichtet der Wiener. 

Anschuldigungen für OBA "nicht nachvollziehbar"

Die OBA Group sieht die schwerwiegenden Anschuldigen naturgemäß anders. Der Anwalt der Firma, Dr. Schärf, bestätigte auf "Heute"-Nachfrage, dass alle Mitarbeiter ordnungsgemäß ihr Geld bekommen haben sollen. Er räumte ein, dass es jetzt durch die Probleme bei Hygiene Austria möglicherweise zu Verzögerungen kommen könnte. Allerdings würden sich diese im "gesetzlichen Rahmen" befinden. Warum gewisse Leute nun behaupten, sie hätten seit Dezember kein Geld gesehen, sei für Schärf "nicht nachvollzierbar". 

AK bestätigt: "Das sind keine Einzelfälle"

Die Arbeiterkammer bestätigte gegenüber "Heute", dass sich die Schilderungen des besagten Wieners mit ihren Wahrnehmungen decken. "Es handelt sich hier um keinen Einzelfall. Die Leiharbeitsfirmen rund um Hygiene Austria haben vielen Angestellten entweder zu wenig, oder gar kein Geld überwiesen", so die Pressestelle der AK.

Zudem wurden die Arbeiter bei der Österreichischen Gesundheitskasse gar nicht bzw. falsch angemeldet. Auch die Arbeitsbedingungen waren laut Arbeiterkammer fragwürdig: "Die Mitarbeiter mussten vor Dienstbeginn sogar die Handys abgeben." Ob die Arbeitnehmer nun ihr Geld doch noch bekommen werden, bleibt offen. Die AK geht jedenfalls jeder Beschwerde nach und sichert allen betroffenen Personen ihre Unterstützung zu. 

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