Von einer "Sportstadt Salzburg" wird stets gesprochen, doch ein Umstand sorgt seit Jahren für Kritik. Für den Stadtverein SV Austria Salzburg gibt es kein geeignetes Stadion. Das aktuelle im Stadtteil Maxglan ist nur für 1.566 Zuschauer und bis 2030 zugelassen, die Heimspiele in der Zweiten Liga waren allesamt ausverkauft, oft hätte ein Vielfaches an Tickets abgesetzt werden können.
Das große EM-Stadion im nahen Wals-Siezenheim wird seit 2005 vom RB Salzburg gemietet, und weil dort auch die zweite Mannschaft der "Bullen" spielt, ist für einen dritten Verein ÖFB-rechtlich kein Platz. Eine Lösung ist nicht abzusehen. Der Stadt fehle es nicht nur an einem geeigneten Standort, sondern auch am Geld, so Bürgermeister Bernhard Auinger.
Umso irritierender ist es da für manche, dass die öffentliche Hand für ein einziges Spiel gleich 400.000 Euro springen lässt – und das ganz ohne salzburgerische oder gar österreichische Beteiligung. Denn die Stadt hat den Zuschlag als Austragungsort des UEFA-Super-Cups bekommen.
Am 12. August treffen in Wals-Siezenheim entweder PSG oder Arsenal auf Freiburg oder Aston Villa. Begleitet wird das Spiel von diversen Promotionsmaßnahmen, Fan-Festivals für die jeweiligen Anhänger und weiteren Events. Die Stadt lässt dafür 200.000 Euro springen, Land und Stadt-Tourismus je 100.000 Euro.
Kritik daran kommt von der KPÖ, die in Salzburg den Vizebürgermeister stellt. "Die UEFA verfügt über 550 Millionen Euro aktives Kapital. Für uns ist es daher unverständlich, dass die Stadt für dieses Event in Zeiten knapper Budgets 200.000 Euro in die Hand nehmen soll", sagt Nikolaus Kohlberger.
"Damit könnte man auch die Salzburger Sport- und Kulturvereine bei den steigenden Betriebskosten entlasten", so der KPÖ-Kultursprecher. Im Stadtsenat und Gemeinderat wird die Partei deswegen dagegen stimmen, eine Mehrheit gilt trotzdem als fix.
Befürworter weisen laut ORF Salzburg auf die positiven wirtschaftlichen Effekte des Events hin. Alleine die UEFA habe 800 Hotelzimmer gebucht. Hinzu kommen würden noch internationale Aufmerksamkeit, Nächtigungen und zusätzliche Umsätze in Gastronomie und Handel in Millionenhöhe.