Direktorin berichtet

"Kein Thema mehr" – erste Bilanz zum Kopftuch-Verbot

Ein Reizthema: Das Kopftuch-Verbot für unter 14-Jährige sorgt seit Schulbeginn für gehörigen Wirbel. Nun gibt es eine erste Bilanz aus Oberösterreich.
Oberösterreich Heute
22.09.2026, 21:11
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Große Aufregung vor wenigen Tagen: Influencer Satansbratan schoss in einem Social-Media-Clip scharf gegen das Verbot. Die Reaktion der verantwortlichen Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) folgte auf dem Fuß.

Satansbratan warf in seinem Clip u.a. die Frage auf, warum Mädchen im Minirock, bauchfrei und geschminkt in die Schule gehen dürften, gleichzeitig aber kein Kopftuch tragen sollen. "Oida, ich hab das echt so satt!", konterte Bauer. Mädchen dürften nicht den Eindruck vermittelt bekommen, sie müssten sich verhüllen, damit Männer sie nicht belästigen, so die Ministerin.

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"Mädchen ohne Kopftuch"

Unterdessen gibt es jetzt – knapp eineinhalb Wochen nach der Rückkehr in die Schulen – eine vorläufige Bilanz der OÖ-Bildungseinrichtungen. Rückmeldung aus der Mittelschule 17 am Linzer Flötzerweg: Vier Mädchen unter 14 haben dort im vergangenen Jahr noch Kopftuch getragen. Heuer haben es alle abgelegt, berichtet der ORF.

"Der erste Tag war sicher der herausforderndste", sagt Direktorin Sonja Ablinger. "Jetzt kommen die Mädchen ohne Kopftuch, die Mitschülerinnen und Mitschüler kannten sie aber mit Kopftuch."

"Ganz wenige Fälle"

Aber wie das bei Kindern so sei, sei es am zweiten Tag "kein Thema mehr" gewesen. Dass alles so unkompliziert abgelaufen ist, führt die Direktorin auch darauf zurück, dass sie bereits im Frühling erste Gespräche mit Kindern und Eltern geführt hat. Schon damals wurden die Betroffenen auf die geänderten Bestimmungen vorbereitet.

Wer hält sich nicht daran? In Oberösterreich gebe es nur vereinzelt Verstöße, so Bildungsdirektor Alfred Klampfer. "Es sind ganz wenige Fälle bekannt, insgesamt vier. Regional kann man sie nicht zuordnen, sie sind verteilt über das ganze Bundesland."

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"Gespräche finden erst statt"

Ein Fall sei bereits in der Bildungsdirektion besprochen worden. Klampfer: "Da schauen wir, wie es weitergeht. In drei Fällen finden die Gespräche erst statt."

Kommt es zu keinem Einlenken bei den Mädchen oder deren Familien, gibt es eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft. In der Folge sind Strafen von bis zu 800 Euro möglich, auch mehrfach.

Hintergrund für das Tragen des Kopftuchs seien nicht unbedingt fundamental-religiöse Ansichten. Diese Erfahrung hat auch Sonja Ablinger gemacht: "Bei einigen spielt das Erwachsenwerden eine Rolle, sich als junge Frau zu fühlen. So wie einige vielleicht beginnen, sich zu schminken, geht es hier bei einigen auch um das Kopftuch."

In den oberösterreichischen Pflichtschulen sind knapp 8.200 Mädchen muslimischen Glaubens registriert, die unter 14 Jahre alt sind. Wie viele von ihnen vor Inkrafttreten des Verbots überhaupt ein Kopftuch getragen haben, ist nicht bekannt.

red,22.09.2026, 21:11