Rapid bleibt auf der Siegerstraße. Die Hütteldorfer feierten am Freitagabend gegen die WSG Tirol einen souveränen 3:0-Heimsieg und übernahmen damit zumindest vorerst die Tabellenführung in der Bundesliga.
Für Schlagzeilen hatte allerdings eine VAR-Entscheidung gesorgt. Nach einem Schuss von Petter Nosa Dahl sprang WSG-Verteidiger David Gugganig der Ball in der 61. Minute an den Arm. Schiedsrichter Harald Lechner schaute sich die Szene am VAR-Monitor noch einmal an, blieb dann aber bei seiner Entscheidung: kein Elfmeter. Dann kam es zur Premiere: Erstmals wurden die VAR-Bilder auf der Stadionleinwand gezeigt, erklärte Lechner seine Entscheidung über die Stadionlautsprecher.
"Nach Überprüfung der Bilder liegt kein strafbares Handspiel vor", sagte der routinierte Schiedsrichter – eine vertretbare Entscheidung. Diese löste allerdings ein lautes Pfeifkonzert der rund 18.000 Fans aus, gefolgt von Schmähgesängen für den Unparteiischen.
"Ich habe auch nur die Bilder auf der Stadionleinwand gesehen, tue mir richtig schwer, das zu beurteilen. Egal, ob sie den Elfmeter bekommen hätten, oder nicht: Rapid ist der verdiente Sieger", meinte WSG-Tirol-Trainer Philipp Semlic bei "Sky", gratulierte Grün-Weiß fair zum Sieg.
"Ich muss sagen: Hut ab vor Harald Lechner. Das in Hütteldorf gegen Rapid zu geben, wo es vielleicht 50:50 ist, das zeigt die Persönlichkeit, die er hat", fügte der WSG-Coach an. Und schmunzelte dann: "Das muss man wirklich herausstreichen. Man muss ihn loben, aber ich bin nicht immer ein Freund der Schiedsrichter."
Ähnlich sah es aber auch "Sky"-Experte Marko Stankovic. "Heute hattest du genau ein Beispiel, wo man in der Regelkunde richtig gut sein muss, um zu erkennen, dass es kein strafbares Handspiel ist. Der Ball geht klar an die Hand, nur Gugganig tut nichts proaktiv mit seiner Hand", erklärt der Ex-Kicker. "Ich muss Philipp Semlic beipflichten: Harald Lechner, mit seiner Routine... Ich behaupte, wenn da ein anderer Schiedsrichter, womöglich ein Junger, dasteht, das ist nicht so einfach. Er ist ein alter Fuchs", so der Ex-Kicker weiter.