Mädchen in Wiener Schule

"Keine Lust auf Arbeit, wollen nur Kinder kriegen"

Eine Wiener Mittelschullehrerin berichtet von erschreckenden Erlebnissen im Klassenzimmer. Sie macht sich zunehmend Sorgen um die nächste Generation.
06.11.2026, 13:30
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Was ist nur mit der Erziehung los? Diese Frage stellt sich eine Wiener Mittelschullehrerin, die sich mit einem eindringlichen Hilferuf an "Heute" gewandt hat. Seit 14 Jahren steht sie im Klassenzimmer, doch die Entwicklungen der vergangenen Jahre bereiten ihr zunehmend Kopfzerbrechen.

Besonders eine Erfahrung aus dem letzten Schuljahr hat die Pädagogin aufgerüttelt: In einer ihrer Klassen habe keine einzige Schülerin einen Beruf ergreifen wollen. Stattdessen hätten die Mädchen erklärt, später ohnehin nur Kinder bekommen zu wollen. Den Rest erledigt dann der Staat mit Sozialleistungen.

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Erst nach stundenlangen Gesprächen sei es ihr gelungen, einige Schülerinnen für eine berufliche Zukunft zu begeistern. Dabei betont sie ausdrücklich, dass sie die Arbeit von Müttern keinesfalls schmälern möchte. Allerdings könne sie nicht hinnehmen, dass junge Schülerinnen nicht lernen wollen, weil sie der Meinung sind, sie würden ohnehin keine Ausbildung benötigen.

Kot und Blut an Schulwänden

Auch abseits des Unterrichts ist es laut der Lehrerin nicht besser. Sie berichtet von Toiletten, an deren Wänden Kot und Blut zu finden seien, und von Kindern, die kaum Deutsch sprechen könnten. Zudem habe sich die Zahl der Kinder mit Inklusionsbedarf an ihrer Schule innerhalb von fünf Jahren von vier auf 30 erhöht.

"Ich sehe mittlerweile wirklich schwarz"

Besonders beschäftigt sie die Einstellung mancher Jugendlicher zur eigenen Zukunft. Während früher einige argumentierten, nach der Schule direkt zum AMS zu gehen, würden manche Schülerinnen nun ausschließlich das Kinderkriegen als Lebensperspektive nennen.

Dass es auch anders geht, erlebt sie in ihrem privaten Umfeld. Dort sehe sie viele Eltern, die ihre Kinder liebevoll betreuen und ihnen klare Regeln vermitteln. Der Unterschied zu ihren anderen Beobachtungen sei für sie enorm.

Die Lehrerin wünscht sich deshalb mehr Aufklärung, Unterstützung für Eltern und Maßnahmen gegen tatsächliche Vernachlässigung – ohne dabei Familien pauschal zu verurteilen. Ihre Sorge bleibt dennoch groß: "Ich bin seit 14 Jahren Lehrerin und sehe nun wirklich mehr schwarz als in all den Jahren."

zdz, 06.11.2026, 13:30
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