"Bitte, lass uns aussteigen"

"Keine Polizei" – Mama von Teenie-Raser holt Anwalt

Drei Mädchen baten einen jungen Autofahrer, sie aussteigen zu lassen. Kurz darauf krachte der Wagen gegen einen Baum. Nun gibt es neue Details.
26.10.2026, 08:52
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

"Bitte, lass uns aussteigen" – mit diesen Worten sollen drei Mädchen in Salzburg einen jungen Autofahrer angefleht haben, seine Fahrt zu beenden. Doch wenig später verlor der Lenker die Kontrolle über seinen Wagen und prallte gegen einen Baum.

Eine 16-jährige Mitfahrerin erlitt bei dem Unfall eine Gehirnerschütterung und ein Schleudertrauma. Ihre Mutter erhebt nun in den "Salzburger Nachrichten" schwere Vorwürfe gegen den Fahrer und kritisiert den Ablauf des Polizeieinsatzes.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Fahrer soll immer wieder Umwege gemacht haben

Der Unfall ereignete sich vor rund zwei Wochen an einem Donnerstagnachmittag in Salzburg. Die 16-Jährige war gemeinsam mit zwei Freundinnen in der Stadt unterwegs. Ein ehemaliger Schulkollege bot den Mädchen an, sie nach Hause zu bringen.

Doch laut der Mutter der Verletzten verlief die Fahrt anders als vereinbart. "Er hat unter Vorwänden immer wieder Umwege gemacht", wird die Frau in den "Salzburger Nachrichten" zitiert.

Obwohl die Mädchen den jungen Mann mehrfach aufgefordert haben sollen, sie nach Hause zu fahren, setzte er die Fahrt fort. Schließlich habe er erklärt, noch einen Pullover holen zu müssen.

"Bitte, lass uns aussteigen"

In der Leopoldskronstraße, in der Nähe des Freibads, soll der Fahrer dann eine Ankündigung gemacht haben, die den Mädchen Angst einjagte. Die Mutter schildert die Situation in den "Salzburger Nachrichten" so:

"Dort hat er gesagt: 'Mädels, haltet euch fest, jetzt kommt meine Ballerstrecke.' Die Mädchen haben geschrien: 'Bitte, lass uns aussteigen.' Dann hat es schon geknallt." Der Wagen prallte gegen einen Baum. Die Insassen konnten das Fahrzeug anschließend verlassen.

Anwalt war bereits an der Unfallstelle

Was nach dem Zusammenstoß geschah, sorgt bei der Mutter für zusätzliches Unverständnis.

"Wenige Augenblicke danach stand ein Mann an der Unfallstelle. Später erfuhren wir, dass es der Anwalt der Familie des Fahrers war. Offenbar hatte der Bursche gleich seine Eltern angerufen und diese dann den Anwalt. Meine Tochter hat mir erzählt, er hätte gesagt, man bräuchte keine Polizei, nur die Feuerwehr", erklärt die Frau zu den "Salzburger Nachrichten".

Laut der Mutter verständigte schließlich ein Radfahrer die Polizei. Die Beamten hätten sich zwar nach dem Zustand der Mädchen erkundigt, ein Rettungsdienst sei jedoch nicht gerufen worden.

Mutter kritisiert fehlende Verständigung

Besonders beschäftigt die Frau, dass sie nach eigenen Angaben nicht unmittelbar über den Unfall ihrer minderjährigen Tochter informiert wurde.

"Ich frage mich auch, warum ich nicht angerufen werde, wenn meine minderjährige Tochter in einen Verkehrsunfall verwickelt ist. Sie war völlig außer sich und hat geheult", ärgert sich die Frau gegenüber der Tageszeitung.

Erst später wurde das Ausmaß der Verletzungen deutlich. Die 16-Jährige hatte eine Gehirnerschütterung und ein Schleudertrauma erlitten. Sie musste vier Tage im Unfallkrankenhaus verbringen und konnte mehrere Tage nicht zur Schule gehen.

Polizei erklärt, warum keine Rettung kam

Die Polizei bestätigte gegenüber den "Salzburger Nachrichten", dass bei ihrem Eintreffen bereits ein Rechtsanwalt am Unfallort gewesen sei. Die Mädchen seien wiederholt gefragt worden, ob sie medizinische Hilfe benötigten. Ein Rettungseinsatz sei jedoch abgelehnt worden.

Die Mutter kritisiert außerdem, dass ihre Tochter entgegen einer telefonischen Ankündigung eines Polizisten nicht einvernommen worden sei: "Der Polizist hat mir versprochen, dass meine Tochter einvernommen wird. Das ist nie passiert. Wieso gab es keinen Rettungseinsatz? Wieso wird kein Verfahren geführt?"

Lenker wird nun angezeigt

Inzwischen hat sich die rechtliche Bewertung des Vorfalls geändert. Nach den Hinweisen der Mutter wird der junge Fahrer laut Polizei wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit und fahrlässiger Körperverletzung angezeigt.

Ein Alkoholeinfluss wurde beim Lenker nicht festgestellt. Für die verletzte Jugendliche ist der Unfall auch zwei Wochen später nicht abgeschlossen. Nach Angaben ihrer Mutter hat sie weiterhin Kopfschmerzen und Schwierigkeiten, sich im Unterricht zu konzentrieren.

"Sie hat nach wie vor immer wieder Kopfweh, es fällt ihr schwer, sich in der Schule zu konzentrieren", erzählt die Frau gegenüber den "Salzburger Nachrichten". In dieser Woche musste die 16-Jährige wegen starker Kopfschmerzen erneut von der Schule ins Krankenhaus geschickt werden.

Auch die Angst vor einer Begegnung mit dem Fahrer belastet sie laut ihrer Mutter weiterhin: "Und auch psychisch ist die Sache für sie sehr belastend. Meine Tochter hat Angst, den Fahrer wieder zu treffen."

red, Akt. 26.10.2026, 09:08, 26.10.2026, 08:52