Die Oberösterreichische Volkspartei versammelte sich am Freitag im Linzer Design Center zu ihrem Landesparteitag. Mehr als 1.500 Funktionärinnen und Funktionäre – darunter 945 Delegierte – waren vor Ort. Doch die Kulisse täuscht nicht über die Lage hinweg: Die Umfragen sind angespannt, die FPÖ liegt teils vorne – ein Kopf-an-Kopf-Rennen kündigt sich an. Für die ÖVP geht es darum, klarzumachen, wer im Land den Ton angibt.
Zum Auftakt wurde am Nachmittag dem im Dezember 2025 verstorbenen Alt-Landeshauptmann Josef Ratzenböck gedacht. Die Partei würdigte ihn als prägende Figur für Zusammenhalt und Zusammenarbeit im Land. Auch ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker war in Linz zu Gast.
Im Anschluss stehen Gespräche mit den OÖVP-Spitzen auf dem Programm, danach folgt der statutarische Teil. Auch Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger schwört die Funktionäre ein: "Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es eine verlässliche Kraft, die Verantwortung übernimmt und das Land mit klarem Kurs führt." Mit Stelzer an der Spitze habe Oberösterreich diese "Politik der Stärke".
Im Mittelpunkt steht Landeshauptmann Thomas Stelzer – er stellt sich erneut der Wahl. Seine Botschaft ist eindeutig: Das Land erlebe "ernste Zeiten" mit Unsicherheiten und Sorgen. "Daher ist keine Show gefragt, kein Auseinanderdividieren, kein Luftschlösserbauen." Es brauche "den klaren Blick auf die Dinge, ehrliche Antworten, harte Arbeit für alle im Land".
Es käme darauf an, "wer vorne steht, wer den Takt vorgibt und wer den Mut zum Entscheiden hat". Und: "Politik heißt führen, gestalten und entscheiden." Inhaltlich setzt Stelzer auf Wirtschaftskraft und Investitionen: "Ein starkes Oberösterreich braucht immer ein starkes Wirtschaftsland." Gleichzeitig betont er Offenheit: "Wir holen unsere Stärke aus der Internationalität und aus Europa" – und auch Arbeitskräfte aus dem Ausland seien notwendig.
Schwerpunkte sind außerdem Energie, Pflege und Kinderbetreuung. "Wir investieren in Wasserkraft, Photovoltaik, Geothermie und auch in die Windkraft", so Stelzer. Ziel sei mehr Wahlfreiheit für Familien und ein Ausbau der Pflege: "Damit Menschen länger selbstständig und gut leben können."
Zum Abschluss wird es noch einmal spannend: Das Wahlergebnis wird am späten Nachmittag erwartet. 2022 erhielt Stelzer auf dem Parteitag 97,1 Prozent der Delegiertenstimmen für den Vorsitz. Ähnlich hoch dürfte es auch heuer ausfallen. Jedenfalls zeigt sich dann, mit welchem Rückenwind Stelzer und die OÖVP in die kommenden Monate und die Landtagswahlen 2027 gehen.