Autofahrer in Australien müssen sich auf eine neue Ära der Verkehrsüberwachung einstellen. Seit 1. Juni 2026 sind auf dem Mitchell Freeway in Leederville fest installierte Sicherheitskameras im Einsatz, die weit mehr können als herkömmliche Blitzer.
Die neuen Anlagen erkennen nicht nur Temposünder, sondern auch, ob Fahrer oder Beifahrer den Sicherheitsgurt nicht oder falsch angelegt haben. Wer während der Fahrt sein Handy benutzt, hält oder am Körper ablegt, wird ebenfalls erfasst – und das alles gleichzeitig.
Wie "Yahoo News" berichtet, gilt am neuen Standort eine sechsmonatige Schonfrist: Wer wegen Handy- oder Gurtverstoß auffällt, erhält zunächst nur eine Verwarnung. Für Temposünder gibt es diese Gnade jedoch nicht – sie werden sofort zur Kasse gebeten.
Die Technologie zeigt offenbar Wirkung. Seit Februar 2025 sind erkannte Gurtverstöße um mehr als 85 Prozent zurückgegangen, Handyverstöße sogar um 88 Prozent. Auch die Raserei hat abgenommen – die Geschwindigkeitsverstöße sanken um 51 Prozent.
Insgesamt wurden seit Beginn der Durchsetzung über 240.000 Verstöße registriert, darunter mehr als 60.000 Bußgelder allein wegen nicht angelegter Gurte.
Neben dem Mitchell Freeway sind bereits weitere feste Kameras auf dem Kwinana Freeway bei Salter Point und South Perth im Einsatz. Beide Strecken gehören zu den wichtigsten Pendlerrouten nach Perth.
Die Technologie weckt auch in Europa Interesse: Frankreich plant ebenfalls den Einsatz von KI-gestützten Blitzern, die ähnliche Verstöße erkennen sollen. Ob solche Systeme auch nach Österreich kommen, bleibt abzuwarten.