Nach der Ausstrahlung von zwei fehlerhaften Bildern im "heute journal" hat das ZDF reagiert. Die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht muss ihren Posten mit sofortiger Wirkung räumen.
Der Grund für diesen Schritt: In einem Beitrag über Festnahmen durch die US-Behörde ICE wurden zwei irreführende Videos verwendet. Wie "20 Minuten" berichtet, wurde Albrecht am Freitag abberufen. Das ZDF bestätigte diese Entscheidung und spricht von klaren Konsequenzen.
Bettina Schausten, Chefredakteurin beim ZDF, erklärt: "Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung. Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden."
Nicola Albrecht hatte für das "Mittagsmagazin" und das "heute journal" über die Angst von Kindern, unter anderem in New York, vor Festnahmen durch ICE berichtet. Der Beitrag fürs "Mittagsmagazin" lief am Freitag, 13. Februar 2026, und war unauffällig.
Für das "heute journal" am 15. Februar 2026 hat Albrecht den Beitrag abgeändert. Dabei wurden zwei Videos aus dem Internet eingebaut: Eine Szene zeigte eine Festnahme in Florida aus dem Jahr 2022 – also völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Das zweite Video war sogar von einer KI erstellt.
Das ZDF hält fest: "Das KI-generierte Material hätte ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß den internen Regeln des ZDF zur Verwendung von KI-generiertem Material nicht verwendet werden dürfen." Auch beim zweiten Bild fehlte die nötige Überprüfung, wie sie eigentlich zum Standard gehört. Laut ZDF hätte der Schlussredaktion des "heute journals" die KI-Sequenz auffallen müssen.