"Wir sind im Mittelmaß angekommen. Es fehlen Unterschiedsspieler. Wir sind keine Top-Mannschaft mehr", sagte DFB-Legende Bastian Schweinsteiger nach dem 0:1 gegen Griechenland.
In Fußball-Deutschland wird seitdem eine "Mittelmaß"-Debatte geführt. Der aktuelle Kapitän Joshua Kimmich gibt dem Weltmeister von 2014 sogar Recht. Rekord-Teamspieler Lothar Matthäus, Weltmeister 1990, widerspricht Schweinsteiger. "Wir haben genügend Unterschiedsspieler", meint er.
Ein vernichtendes Urteil über die Mannschaft von Neo-Bundestrainer Jürgen Klopp fällt Fußball-Topexperte und Bild-Chefkolumnist Alfred Draxler.
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was es da noch zu diskutieren gibt. Wer wie wir bei drei Weltmeisterschaften hintereinander nicht mal mehr ins Achtelfinale kommt, ist Mittelmaß. Was denn sonst? Spitzenklasse? Weltklasse? Davon können wir nur träumen."
"Ja, wir sind Mittelmaß! Und man könnte sogar den berühmten Klopp-Zusatz "Noch" anfügen. Denn es kann noch viel schlimmer kommen. Wir haben keinen einzigen echten Weltklassespieler mehr! Und auch keine Führungsspieler!", sagt Draxler.
Dann geht der langjährige Reporter der Fußball-Nationalmannschaft auch hart mit Kimmich ins Gericht. "An wem soll sich die Mannschaft aufrichten? Da fällt einem höchstens noch Kimmich ein. Wahrscheinlich ist das gemein: Aber der erinnert mich mit seinem (vorbildlichen) Eifer eher an einen Duracell-Hasen als an einen echten, souveränen Chef."
Für Matthäus ist klar: "Unsere Nationalspieler haben kein Qualitäts-, sondern ein Mentalitätsproblem!"
Auch da hat Draxler eine klare Meinung dazu: "Und dann ist da immer noch die Frage nach der Einstellung der hochbezahlten Stars. Dass Florian Wirtz zum ersten Treffpunkt des Klopp-Kaders, also in einer Art Stunde Null des deutschen Fußballs, mit einer grellen pinkfarbenen (!) Luxus-Tasche von Louis Vuitton im Wert von mehr als 10.000 Euro kommt, ist für mich ein Unding. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich hätte eine Adidas-Sporttasche gewählt. Zumal, wenn die eigene Leistung nicht Luxus ist."