Millionen Betroffene

Kinder hören schlecht – Eltern merken es oft zu spät

Millionen Kinder hören schlecht. Die Tendenz ist steigend. Experten warnen: Frühe Hilfe entscheidet über Sprache und Zukunft.
Maria Ratzinger
26.02.2026, 12:31
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Rund 90 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren leiden weltweit an einer Hörminderung. Darauf macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anlässlich des Welttags des Hörens aufmerksam.
Die Tendenz ist steigend. Seit drei Jahrzehnten nimmt die Zahl der Betroffenen kontinuierlich zu.

Auch Österreich ist betroffen: Jährlich kommen hierzulande bis zu drei von 1.000 Kindern mit einer Hörminderung zur Welt. Was harmlos klingt, kann dramatische Folgen haben. Denn wer schlecht hört, lernt schwerer zu sprechen, hat Probleme in der Schule und oft auch im sozialen Umfeld.

"Gerade in den ersten Lebensjahren legt diese akustische Wahrnehmung den Grundstein für Sprache, Denken und soziale Entwicklung", sagt Heidi Neuroth, Leiterin der Neuroth-Kinderakustik in Wien. Besonders die Begleitung und die Aufklärung seien entscheidend für die Zukunft eines hörbeeinträchtigten Kindes.

Hören beginnt im Bauch

Schon im vierten Schwangerschaftsmonat reagiert ein ungeborenes Kind auf Geräusche. Das Gehör gehört zu den ersten vollständig entwickelten Sinnen. Rund 90 Prozent aller Umweltreize gelangen über das Hören ins Gehirn. Es ist die Basis für Sprache, Denken und emotionale Bindung.

"Wird eine Hörminderung früh erkannt und versorgt, kann sich ein Kind bestmöglich entwickeln", sagt Kinderakustik-Expertin Heidi Neuroth aus Wien. Entscheidend sei der Zeitpunkt: Idealerweise werde die Einschränkung entdeckt, bevor das Kind sprechen lernt.

Seit 2003 ist das Neugeborenen-Hörscreening im Mutter-Kind-Pass verpflichtend. Doch das ist kein Grund zur Entwarnung.

Oft lange unentdeckt

Das Tückische: Hörprobleme sieht man nicht. Viele Kinder wirken aufmerksam und gleichen Defizite geschickt aus. Erst wenn die Sprachentwicklung verzögert ist oder ein Kind ungewöhnlich laut spricht, schrillen die Alarmglocken.

Mediziner unterscheiden zwei Hauptformen: Schallleitungsstörungen – etwa durch Mittelohrentzündungen – sind häufig behandelbar. Bei Schallempfindungsstörungen helfen moderne Hörgeräte. Diese müssen jedoch regelmäßig angepasst werden, da die Kinderohren wachsen.

{title && {title} } mia, {title && {title} } 26.02.2026, 12:31
Jetzt E-Paper lesen