Koreanisch-wienerisches Lokal

K&K einmal anders! Café kombiniert Kimchi & Kipferl

Kipferl zum Kaffee kennt man in Wien. Kimchi und K-Pop dazu weniger. Das will Silvia Hofbauer (54) mit ihrem wienerisch-koreanischen Lokal ändern.
Yvonne Mresch
05.10.2026, 06:45
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Elf Jahre arbeitete Silvia Hofbauer als Sekretärin, bis sie eine neue Leidenschaft für sich entdeckte – Korea. "Es fing an, als eine Freundin von einem koreanischen Drama erzählte. Ich habe mir sowas noch nie angeschaut, aber es hat mir gut gefallen", erinnerte sie sich.

Es folgten ein Koreanisch-Kurs, der Besuch einer Ausstellung von koreanischen Künstlern, Konzertabende von K-Pop-Bands und ein immer tieferes Eintauchen in eine neue Welt. Nun will die 54-Jährige auch den Wienern die koreanische Kultur und vor allem die Kulinarik näher bringen. In der Hütteldorfer Straße 74 (Rudolfsheim-Fünfhaus) eröffnete sie mit "Kimchi & Kipferl", angelehnt an "K&K", ein Café, das die Wiener Kaffeehaus-Tradition mit der koreanischen verbinden soll.

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Sachertorte mit Yuzu und Kimchi-Toast

Serviert werden neben Kipferl, Kuchen und Torten etwa Kimchi-Toast (Anm.: fermentierter Chinakohl)oder Kombucha aus oberösterreichischer Produktion. Für Fans der Fusion-Küche gibt es Kreationen wie Spätzle mit Topokki (Reiskuchen)-Sauce oder Sachertorte mit Yuzu-Marmelade (Zitrusfruch aus Japan). Viele Speisen sind vegetarisch oder vegan, ein glutenfreier Brownie kommt von Joseph Brot. Gekocht wird frisch vor Ort.

In ihrem Lokal will sie die "Offenheit, Warmherzigkeit und Freundlichkeit" der koreanischen Kultur vermitteln. Zudem finden sich, neben koreanischen Skincare-Produkten auch überall Hinweise auf die K-Pop-Szene, etwa in Form von Pappaufstellern von bekannten Sängern. Unter den Kunden finden sich Wiener, Koreaner und vor allem K-Pop-Fans aus ganz Österreich – zu denen sich auch die Chefin selbst zählt. "Ich reise oft und gerne zu Konzerten", erzählt sie. "Die Community ist einfach ganz besonders, dieser Zusammenhalt unvergleichbar."

Casting für K-Pop-Girlgroup

Aus der Liebe zum koreanischen Pop entstand auch eine weitere Idee: "Wir wollen in Wien eine K-Pop-Girlgroup casten", berichtet die Unternehmerin strahlend. Das Projekt befinde sich gerade im Aufbau, geplant sind zunächst Online-Auditions, aus denen 20 Personen ausgewählt werden, die ein Training erhalten. Am Ende sollen sieben Personen zur Gruppe gehören.

Für die Produktion zuständig ist Jay Yoan Cho (47), alias "Badboss", seinerseits Künstler, Musiker und Komponist. "Er ist sehr bekannt in Korea, macht tolle Kunstwerke, die wir auch hier im Café ausstellen", berichtet Hofbauer. Der selbst ernannte Kaffeeefan ist auch gerne zu Gast in den Wiener Lokalen: "Ich liebe Kipferl", lacht er.

"Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Ihre Kinder hat Hofbauer übrigens nicht mit der Liebe zu K-Pop angesteckt. "Nur die älteste mag es, die anderen beiden hassen die Musik", lacht sie. Und ihr Mann? "Der ist einfach froh, wenn ich glücklich bin. Ich denke mir, wenn nicht jetzt, wann dann. Ich lebe mein Leben und genieße es!"

"Kimchi & Kipferl" hat Montag bis Freitag von 8.30 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Sonntag ist Ruhetag.

ym,05.10.2026, 06:45